Horst Bartels will Bürgermeister werden

Horst Bartels, 62 Jahre , ist jetzt in der Piratenpartei in Witten; er kann sich vorstellen, Bürgermeister von Witten zu werden.
Horst Bartels, 62 Jahre , ist jetzt in der Piratenpartei in Witten; er kann sich vorstellen, Bürgermeister von Witten zu werden.
Foto: Walter Fischer
Rentner Horst Bartels will Bürgermeister werden. Der 62-Jährige will mit seinen Piraten ins Rathaus ziehen. Der gebürtige Friese lebt seit 40 Jahren in Witten. Als Bürgermeister würde sich Bartels für mehr Transparenz und Bürgerentscheidungen stark machen.

Witten.. Horst Bartels will mit seinen Piraten das Rathaus entern: 2014 will er seine Partei in den Rat führen, im Jahr darauf als Bürgermeister kandidieren.Falls das Piratenschiff bis dahin noch schwimmt, versteht sich. Bartels (62) ist Rentner und hat in dieser Stadt eine, sagen wir mal, bewegte Karriere hinter sich. 40 Jahre lebte der gebürtige Friese in Witten, trug sich zwischendurch mit Auswanderungsplänen und trat in Schleswig-Holstein der Piratenpartei bei. Der frühere Ratsherr sieht sich als undogmatischer Linker, hat die WASG mitgegründet, die PDS verlassen und bei allem mal hereingeschnuppert, was links und unkonventionell ist.

Bartels fühlt sich von Piraten willkommen

Parteien findet man als undogmatischer Linker doof, und Horst Bartels ist da keine Ausnahme. „Ich tue mich damit schwer, aber wenn man Politik in Deutschland machen will, dann muss man eben eine Partei finden.“ Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, das sind seine Stärken, und das sind zwei Felder, in denen sich die Piraten nie so richtig geschlagen haben. „Bei der Wirtschaft sind wir schwach, und mit dem Programm einer ,besseren FDP’ werden wir scheitern“, analysiert Bartels. „Die Hälfte unserer Wähler hat uns gewählt, weil sie die herrschenden Parteien schlecht findet, die andere Hälfte, weil sie soziale Sicherheit sucht.“ Das ist der Punkt, wo der ehemalige Gewerkschafter und gelernte Maschinenschlosser - nach 40 Jahren Mitgliedschaft hat er die IG Metall im letzten Jahr verlassen - vor Ort ansetzen will. Denn er fühlt sich von den heimischen Piraten willkommen geheißen und getragen, „ich habe mir schließlich einen Namen in der Stadt gemacht“.

Wechselndes Abstimmungsverhalten

Will er nun aus den Piraten eine „bessere Linke“ machen? „Wir müssen uns irgendwann mal entscheiden, was wir wirklich wollen“, sagt Horst Bartels. „Es geht aber nicht zuerst um links oder rechts, sondern um richtig oder falsch.“ Deshalb könne er sich, sollten die Piraten im übernächsten Jahr in den Rat einziehen, durchaus ein wechselndes Abstimmungsverhalten vorstellen. Undogmatisch eben.

Damit es die Piratenpartei dann überhaupt noch gibt, müssen nachvollziehbare Inhalte her. „Ich habe die bisherige Entwicklung vorhergesehen. Wenn wir so weitermachen, sind wir schnell erledigt, dann kommen wir nicht mal aus dem Hafen. Manche bei uns verkennen einfach die Realität.“

Im Rat - oder später als Bürgermeister - würde sich Horst Bartels für mehr Transparenz und Bürgerentscheidungen stark machen, sich für Arbeitsmarkt und Soziales engagieren, „denn sonst haben wir keine Chance“. Ein Großteil seiner Bürgermeisterbesoldung von brutto 8450 Euro monatlich wolle er in soziale Projekte stecken: „Ich komme mit 1500 Euro im Monat aus.“

 
 

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