Hoher Bedarf an Blutkonserven in Witten unerklärlich

Die Stadtgalerie Witten ist neuer Botschafter für die Aktion „50.000 neue Blutspender in 200 Tagen“.
Die Stadtgalerie Witten ist neuer Botschafter für die Aktion „50.000 neue Blutspender in 200 Tagen“.
Foto: WAZ
Laut dem Blutspendedienst West wurden im vergangenen Jahr 3851 Konserven in Wittens Krankenhäuser und Arztpraxen geliefert. Die beiden Krankenhäuser vor Ort sind von der hohen Zahl überrascht. Insgesamt läuft die Aktion „50.000 neue Blutspender in 200 Tagen“ eher schleppend.

Witten..  Eine Blutspende kann Leben retten – das ist zwar vielen Menschen bewusst, selbst spenden wollen aber nur wenige. Daher hat der DRK-Blutspendedienst West, wie schon im vergangenen Jahr, den Aufruf gestartet: „50 000 neue Blutspender in 200 Tagen.“ Vor allem in Witten sei der Bedarf an Blutkonserven vergleichsweise hoch, wie der stellvertretende Pressesprecher Heinz Kapschak sagt.

„Wir haben die Krankenhäuser und die Arztpraxen in der Ruhrstadt im vergangenen Jahr mit 3851 Blutkonserven verschiedener Art beliefert. Das ist für eine doch eher kleine Stadt ein hoher Wert“, erklärt er.

Krankenhäuser arbeiten blutsparsam

Im Marien-Hospital konnte man sich eine solche Zahl aber nicht erklären: „Trotz steigender Patientenzahlen ist der Verbrauch von Blutkonserven im Marien-Hospital in den letzten Jahren rückgängig. Dies ist auf die kontinuierliche Verbesserung der Operationstechniken zurückzuführen. Zu diesen zählen insbesondere schonende, minimal-invasive Eingriffe, deren Anteil deutlich gestiegen ist“, sagt Prof. Dr. Martin Bergbauer, Ärztlicher Direktor.

Auch Felix Ehlert vom Evangelischen Krankenhaus bestätigt einen anderen Trend: „Wir pflegen einen restriktiven Umgang mit Blutkonserven. Das bedeutet, dass wir immer doppelt und dreifach prüfen, ob es nötig ist, eine Konserve zu verwenden oder nicht.“

Verbrauch geht landesweit zurück

Das Evangelische Krankenhaus habe zudem einen der landesweit niedrigsten Blutverbräuche, wenn es um Knie-Operationen gehe: „Wir liegen dort bei unter einem Prozent“, so der Krankenhaussprecher. Insgesamt sinke der Verbrauch an Blutkonserven, da die Methoden immer schonender werden – landesweit.

Das kann auch Heinz Kapschak bestätigen: „Früher gab es in unserem Gebiet etwa eine Million benötigte Blutspenden. Dadurch, dass die Krankenhäuser immer blutsparender arbeiten, sind es etwa acht bis zehn Prozent weniger. Das sind aber immer noch an die 900 000 Spenden“, sagt der Pressereferent.

Aktion läuft eher schleppend

Die Blutspende-Aktion sei daher immer noch notwendig und war im vergangenen Jahr sehr erfolgreich: 56 000 Neuspender konnte man verbuchen. In diesem Jahr wären dagegen einige Ereignisse in die Quere gekommen, daher laufe die Aktion bisher eher schleppend: „Wegen der Fußball-WM oder auch dem Sturmtief ,Ela’ gibt es seit dem 16. Juni erst 4685 Spender für unseren Bereich“, bedauert Kapschak. „Unser Bereich“ meint übrigens die drei Bundesländer NRW, Saarland und Rheinland-Pfalz.

Dennoch wolle man weiterhin auf die bewährten Methoden, „Facebook, das Internet allgemein oder Publikationen“ setzen, so der Pressesprecher. „Wir wollen an die Leute appellieren und deutlich machen, wie wichtig es ist, Blut zu spenden.“

 

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