Hochzeitsfilm gelöscht - Brautpaar fordert Wiederholung der Zeremomie

Streit um Schadensersatz für einen missratenen Hochzeitsfilm: Duygu und Mohammed Olcay kämpfen um eine Wiederholung ihrer Hochzeit.
Streit um Schadensersatz für einen missratenen Hochzeitsfilm: Duygu und Mohammed Olcay kämpfen um eine Wiederholung ihrer Hochzeit.
Foto: privat
Streit um Schadensersatz für einen missratenen Hochzeitsfilm: Die Original-Aufnahmen von der Studenten-Hochzeit sind gelöscht. Der Anwalt des Wittener Studenten fordert nun eine „Nachbesserung“. Und das hieße: Die aufwendige Zeremonie wird wiederholt.

Witten.. Zweimal heiraten – für viele kein Thema. Wenn ein und dasselbe Paar einander zum zweiten Mal heiratet, ist das schon seltener – es sei denn, man schreibt mal wieder über Elizabeth Taylor und Richard Burton. Auch Duygu Olcay und ihr Ehemann Mohammed wollen eine zweite Hochzeitsfeier. Dabei sind der 26-jährige Wittener Medizinstudent und seine Frau gerade frisch verheiratet. Es war großes Fest mit tausend Gästen. Doch zu diesem glücklichen Tag fehlen die Erinnerungen im Bild.

Hans Reinhardt, Anwalt der Marler Kanzlei Benneken und Partner, berichtet, sein Mandant Mohammed Olcay habe allein 1200 Euro in das „professionelle Filmteam“ investiert. Doch dieses Filmteam ist anscheinend nicht professionell mit dem Filmmaterial umgegangen: Hans Reinhardt geht von einem „Fehler beim Überspielen“ aus. Jedenfalls gibt es von der prächtigen Hochzeitsfeier in einem Kölner Festsaal nur einige Standfotos, keine bewegten Bilder.

An Originalschauplätzen soll das Fest wiederholt und gefilmt werden

„Das sind kostbare persönliche Erinnerungen“, sagt der Marler Anwalt – und kommt zu einer Schlussfolgerung, die Kurt Reinhardt selbst als „ein Novum vor Gericht“ bezeichnet. Wenn es zu einem Zivilverfahren kommen sollte, denn erst in einer Woche endet die der Filmfirma gesetzte Frist.

Das „Novum“: Zu Kosten von 15 000 bis 20 000 Euro besteht aus Sicht des Anwalts ein Anspruch auf „Nachbesserung“. Und die müsste so aussehen: An Originalschauplätzen müsste das Fest wiederholt und erneut in ganzer Pracht und Ausdehnung gefilmt werden. Mit tausend Gästen, die teils erneut aus dem Ausland eingeflogen würden. Und mit drei Bands, die türkische, kurdische und arabische Musik spielen.

Schalke als Beispiel aus der Vergangenheit

Hans Reinhardt wartet mit einem bizarren Beispiel auf: der Trauerfeier für den Schalker „Knappen“ Ernst Kuzorra. Weil der einstige S04-Präsident, „Sonnenkönig“ Günter Eichberg, 1990 den Termin verpasst hatte, gab’s für die Kameras einen zweiten Trauerzug.

Mohammed Olcays Anwalt räumt ein: „die beste Variante“ wäre, wenn ein Spezialist für ramponierte Festplatten die Original-Filmaufnahmen doch noch retten könnte. Der „Gegner“ prüfe derzeit diese Möglichkeit. Allerdings könnte diese Daten-Rettung fast so teuer werden wie eine zweite Hochzeitsfeier.

 

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