Herzmassage im Heavy-Metal-Rhythmus beim Wittener DRK

Beim Training: Sarah Meißner (DRK) und Muhammet Eraydin.Foto:Theobald
Beim Training: Sarah Meißner (DRK) und Muhammet Eraydin.Foto:Theobald
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Zwischen drei Wittener Handwerksbetrieben und dem DRK Witten läuft eine besondere Kooperation. Am Samstag wurden Mitarbeiter wieder in Erster Hilfe ausgebildet.

Witten. Tief beugt sich Muhammet Eraydin über den leblosen Körper und versucht das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Mit den Handballen pumpt der Maler kontinuierlich. Reanimation ist das Thema beim Erste-Hilfe-Training des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) – und auf dem Boden liegt kein Schwerverletzter, sondern Puppe Fred.

Dieser soll „im Takt von AC/DC“ bearbeitet werden, erklärt Ausbilderin Sarah Meißner und klatscht den Rhythmus. Die Stimmung ist gut am Samstagmittag. „Wir kennen uns ja alle als Kollegen“, rechtfertigt Werner Oberbossel (52) den lockeren Umgang, obwohl die Kursteilnehmer „Überstunden“ machen. Sie sind Mitarbeiter von Meewes Sanitär und Heizung, des Malerbetriebs Ferber und des Bauunternehmen Rödiger.

Die Betriebe kooperieren mit dem DRK Witten (siehe Info-Kasten). Der Nutzen für die DRK-Klienten: „Wenn die Heizung einer 80-Jährigen nicht geht, wissen unsere Mitarbeiter nun, wen sie anrufen müssen“, erläutert DRK-Vorstand Thomas Voß (52). „Und wir brauchen ohnehin einen Ersthelfer auf jeder Baustelle“, sagt Ferber-Inhaber Jörg Dobrunz (47). Gerade das richtige Verbinden von Wunden müsse man im Ernstfall beherrschen. Am Samstag wurden außerdem Klassiker wie die stabile Seitenlage aufgefrischt. „Auf Fred nicht so fest rumdrücken, sonst verliert er seinen Kopf“, warnte Ausbilderin Sarah Meißner. Maler Muhammet Eraydin hatte sichtlich Spaß an der Aufgabe. Auch bei der Mund-zu-Mund-Beatmung. „Aber nicht mit Zunge“, rief ein Handwerker-Kollege und landete einen Heiterkeitserfolg.

Handwerk und DRK Hand in Hand

Das Rote Kreuz betreut mit seinem Pflegedienst etwa 100 Patienten in Witten. Fast 900 nutzen den Haus-Notruf des DRK.

Die Kooperation mit den drei Betrieben läuft seit zwei Jahren. Wird Pflege oder ein Handwerker gebraucht, wird das Angebot des jeweiligen Partners empfohlen.

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