Helfer im Ennepe-Ruhr-Kreis werden jetzt digital alarmiert

Symbolische Übergabe: Dr. Sascha Rolf Lüder (rechts) mit Vertretern der Hilfsorganisationen ASB, DRK und Johanniter Unfallhilfe in Witten. Foto:Manfred Sander
Symbolische Übergabe: Dr. Sascha Rolf Lüder (rechts) mit Vertretern der Hilfsorganisationen ASB, DRK und Johanniter Unfallhilfe in Witten. Foto:Manfred Sander
Foto: WAZ FotoPool
250 Funkmeldeempfänger mit zeitgemäßer Technik gingen nun an die Einsatzkräfte von ASB, Johanniter sowie von DRK Nord und Süd im Ennepe-Ruhr-Kreis. So wird jetzt eine gemeinsame Alarmierung mit der Feuerwehr möglich. Beim Chlorgas-Alarm bestanden die neuen Empfänger schon die erste Bewährungsprobe.

Witten.. So sehen zufriedene Retter aus: Der Rotkreuzbeauftragte Dr. Sascha Rolf Lüder hat stellvertretend für die im Ennepe-Ruhr-Kreis beim Rettungsdienst und Katastrophenschutz mitwirkenden Hilfsorganisationen digitale Funkmeldeempfänger an ehrenamtliche Helferinnen und Helfer übergeben.

Damit haben die Retter nun die gleiche moderne Alarmierungstechnik wie die Feuerwehren im Kreis. Die Übergabe an Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Johanniter-Unfallhilfe (JUH) und Deutsches Rotes Kreuz auf dem DRK-Gelände in Witten war symbolisch – die meisten der 250 Empfänger befanden sich schon im Besitz der Organisationen. Programmiert wurden die letzten der kleinen Geräte aber erst am Tag vor der Übergabe. „Genau nach Alarm- und Ausrückeordnung“, erläuterte Lüder, wurden die Empfänger verteilt und programmiert. „Nun ist eine gemeinsame Alarmierung mit der Feuerwehr möglich“, freute er sich, „ein großer Tag.“

„Die Alarmierung funktioniert augenscheinlich“

Eine erste Bewährungsprobe hat das System schon bestanden: Beim Chemie-Unfall mit sieben Leichtverletzten am Donnerstag in Wetter waren neben sämtlichen Feuerwehren aus dem EN-Kreis auch der erweiterte Rettungsdienst und eine Betreuungseinheit vor Ort. Dabei waren Hilfsorganisationen aus dem Kreis eingesetzt. „Die Alarmierung funktioniert augenscheinlich“, bilanzierte Johanniter-Chef Benjamin Wobig (Herdecke).

Den Stellenwert der Hilfsorganisationen hob Vize-ASB-Vorsitzender Frank Sarangi (Witten) hervor: „Die ,nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr’ der Feuerwehr funktioniert nicht ohne Hilfsorganisationen.“ Der EN-Kreis hat Notfallrettung und Krankentransport europaweit ausgeschrieben, die etablierten Hilfsorganisationen konkurrieren mit privaten Anbietern. „Lasst uns nicht am bewährten System rütteln. Das europäische Vergaberecht passt nicht dazu“, so Sascha Lüder. Den Grundstock der Helfer bildeten Ehrenamtliche.

Möglichkeiten gesucht, mehr Geräte zu finanzieren

Christian Wobig (Johanniter) ergänzte, dass die freiwilligen Helfer hochqualifiziert ausgebildet und gut eingebunden seien. Die Ehrenamtlichen bezweifeln, dass sich Helferanzahl und Ausbildungsstand zu halten seien, wenn der Rettungsdienst an andere Anbieter übertragen würde. „Fällt der Rettungsdienst weg, fällt das Ehrenamt weg“, befürchtet Frank Sarangi (ASB). Benjamin Wobig: „Seit 2005 haben Bund und Länder viel Geld für die Ausbildung und Ausrüstung der Einsatzkräfte ausgegeben.“ Die Funkmeldeempfänger seien nun das i-Tüpfelchen.

Kreisrotkreuzleiterin Tanja Knopp (Witten): „250 Stück klingt zwar super, aber wir haben viel mehr Leute.“ Nun würden Möglichkeiten gesucht, mehr Geräte zu finanzieren – „vielleicht über Fördermitglieder“. Bis dahin sollen auch die etablierte Alarmierungswege beibehalten, die aber auch Nachteile haben. „Heute sind zum Beispiel SMS eine Stunde nach dem Absenden angekommen“, nahm Thorsten Knopp (DRK) noch einmal Bezug auf den Chlorgasunfall.

EURE FAVORITEN