Heinz Göbelers Fachbereich: viel menschliches Leid

Solch’ Ereignisse, wie sie seine Frau erlebte, konnte Heinz Göbeler in seinen Berufsjahren nicht verbuchen. Tätigkeiten im gehobenen Beamtendienst sind nun mal auch: Rentenanträge schreiben im Versicherungsamt. Organisation im Hauptamt (dazu gehörte auch ein Blick ins Frauenbüro, wo er Edelgard Bach kennen lernte). Seit 1993 arbeitete Heinz-Josef Göbeler dann, übrigens verheiratet, im Sozialamt. Sein Fachbereich: viel menschliches Leid.

Er kümmerte sich um die Unterbringung der Deutschstämmigen aus Osteuropa und um die Belange der Behinderten. Dass der neue Busbahnhof von Seh- oder Gehbehinderten genutzt werden kann, ist sein Werk. 1998 befasste er sich mit der wachsenden Drogenszene im Lutherpark. Dass die einstige Gärtnerunterkunft darin zum „Haus im Park“ umgebaut wurde, genießt in Fachkreisen große Anerkennung. Drei Sozialarbeiter kümmern sich dort um Drogenabhängige, indem sie sterile Spritzen ausgeben und dabei mit so manchem ins Gespräch kommen. Auch heute findet man noch gebrauchte Heroinspritzen. Aber nicht mehr hunderte, wie es zu Zeiten war, als sich rund um Johanniskirche und am Kornmarkt eine offene Szene tummelte. Eine „Verhinderung von Schlimmerem“ nennt der 63-Jährige das „HiP“, dessen Geschäftsführer er war.

Nun ist das Berufsleben passé, das Wohnmobil wird fit gemacht. Zunächst sollen die sieben Länder rund um die Ostsee erkundet werden. Sieht man Sie noch mal? „Mal gucken“, lachen beide: „Wir melden uns irgendwann zurück.“

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