Haydn und Ruhrpott vereint

Witten..  „Sieben letzte Worte, sieben letzte Orte“ lautete das Motto über ein Konzert der besonderen Art, das am Donnerstag im Konzertsaal von Haus Witten stattfand. Das Kammerorchester „Ensemble Ruhr“ spielte Joseph Haydns tiefgründige Passionsmusik „Die sieben letzten Worte“ und unterbrach die einzelnen Sätze immer wieder mit Filmvorführungen, die von sieben ausgewählten Orten des Ruhrgebietes berichteten. Die Bilder waren mit Originalkommentaren von Menschen unterlegt, die an diesen Orten lebten oder eine besondere Beziehung dazu aufgebaut hatten. Es waren ausnahmslos „Leute aus dem Kohlenpott“, mit unverwechselbarem Ruhrgebietsdeutsch.

Verbindung erschließt sich später

Die Verbindung dieser Orte zur ergreifenden Musik Haydns erschloss sich dem Zuhörer nicht sofort. Was hatten Orte wie der „Geister-U-Bahnhof Opernhaus Essen“, das „Bethaus im Muttental Witten“ oder der „Leitbunker in Velbert“ mit den sieben letzten Worten Christi gemein?

Zunächst sei gesagt, dass sowohl die musikalische Darbietung als auch die Filmproduktion auf hohem künstlerischen Niveau standen. Das Orchester, geleitet vom Konzertmeister Florian Donderer, spielte ausdrucksstark und überzeugte mit einer wunderbaren Klangfülle. Die Musik wirkte niemals statisch sondern bestach durch eine Lebendigkeit, an der jeder Spieler mitwirkte.

Beim Hören dieser Musik und beim Schauen der Bilder wurde dann die Verbindung deutlich. Die Worte des Erlösers sind Vergangenheit, wirken aber in ihrer Eindringlichkeit und Aktualität bis heute nach. Das gleiche gilt für die von Jan Pauls produzierten Bilder. Orte wie die „Bochumer Straße“ in Gelsenkirchen oder das „Unesco-Welterbe Zeche Zollverein“ stehen gleichermaßen für den Abschied des Vergangenen als auch für die Hoffnung auf das Neue. Es war eine Trauermusik zum Leiden Christi, aber auch eine Huldigung an die Menschen, die in der Vergangenheit wirklich Großes geleistet haben.

Leider hatten nur wenige Zuhörer den Weg zu diesem eindrucksvollen Konzert gefunden. Die Mitwirkenden sollten sich aber dadurch nicht entmutigen lassen, sondern diesen neuen Weg weitergehen.

 
 

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