Handelskammern warnen vor Outlet-Centern

Zur Serie *** Mein Witten *** stellen wir am Montag, dem 30.04.2012 die Stadtgalerie in Witten vor; und zwar unter dem Aspekt: Wie wird diese von den Jugendlichen angenommen ? . Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Zur Serie *** Mein Witten *** stellen wir am Montag, dem 30.04.2012 die Stadtgalerie in Witten vor; und zwar unter dem Aspekt: Wie wird diese von den Jugendlichen angenommen ? . Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Teile des EN-Kreises weisen eine um bis zu zehn Prozent höhere Kaufkraft auf als der Durchschnitt des Landes NRW. Das verkündete Peter Schnepper, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord-Westfalen, bei der Vorstellung des aktuellen Handelsreports.

„Mit größter Skepsis“ betrachten die sechs IHKs des Ruhrgebiets zunehmende Begehrlichkeiten von Investoren und Städten, Einzelhandelsgroßvorhaben mit innenstadtnahen Sortimenten wie „Factory Outlet Center“ an verkehrsgünstig gelegenen Standorten auf der grünen Wiese zu realisieren. „Solche Category-Killer dürfen den Innenstädten nicht die Luft zum Atmen nehmen“, betonte Stefan Postert, Geschäftsbereichsleiter IHK Mittleres Ruhrgebiet, beim IHK-Handelsforum. „Bei allem Wettbewerb, den wir im Grundsatz begrüßen: Es gibt ein vitales übergeordnetes Interesse an einer ausgewogenen Einzelhandelsentwicklung und einer Stärkung der Innenstädte. Denn deren Attraktivität hängt in hohem Maße vom Handelsbesatz ab.“ Als Konzept müsse also gelten, dass sich das Handelsleben dort abspielen muss, wo die Menschen sind. „Handelspolitik ist damit immer auch Stadtentwicklungspolitik.“ Dazu passt, dass mittlerweile fast alle Kommunen mit Einzelhandelsgutachten und -konzepten der Wirtschaft vorgeben, was sie wo wie haben möchten.

Die größten Flächenzuwächse durch Neueröffnungen gab es in Duisburg (Möbel Poco), Herne (Möbel Zurbrüggen), Wesel (Hagebau Stewes) und Witten (Erweiterung Möbel Ostermann um 7400 Quadratmeter). Die größte Ansammlung von Fachmärkten findet sich neben Bochum, Essen, Dinslaken, Dortmund, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Xanten in Witten (Fredi-Ostermann-Straße).

In der Liste der 50 größten Unternehmen nach Anzahl der Beschäftigten trägt sich Witten mit den Deutschen Edelstahlwerken, dem Einrichtungshaus Ostermann, der Gülich Gruppe, Pilkington, Bosch Rexroth, der Stadtsparkasse, der Paul Pleiger Unternehmensgruppe, ISE Industries, der DB Netz AG NL Weichenwerk, Ardex und der Ruhrtaler Gesenkschmiederei F.W. Wengeler gleich elfmal ein.

Insgesamt gibt es im EN-Kreis 189 Betriebe mit mehr als 650 Quadratmetern Fläche, 2009 waren es 183. Die Verkaufsfläche stieg von 340 691 auf 351 864 Quadratmeter in diesem Jahr. Witten allein weist aktuell eine Verkaufsfläche von 170 474 Quadratmetern auf. Die Einwohnerzahl hingegen ist um -0,8 Prozent rückläufig. Sie sank im Ennepe-Ruhr-Kreis von 334 175 auf 331 775. Erfasst haben die IHKs in ihrem Handels-Report 3580 Betriebe ab 650 Quadratmetern Verkaufsfläche. Im Gebiet leben 5,89 Millionen Menschen in 84 Kommunen mit einem jährlichen Einkaufsbudget von 34 Mrd Euro.

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