Grüne rufen zu Gegendemo auf

Antifaschisten und autonome Rechte versammeln sich in Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck
Antifaschisten und autonome Rechte versammeln sich in Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Witten. Die Polizei hat eine Kundgebung „aus dem rechten Spektrum“ am Samstag (28.8.) auf dem Rathausplatz genehmigt. Die Beamten werden mit einem großen Aufgebot vertreten sein, zumal sich Gegendemonstranten angekündigt haben.

Er habe die Erlaubnis der Polizei vorliegen, erklärt Stadtsprecher Jochen Kompernaß. Darin heiße es: „Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage kann die Veranstaltung durchgeführt werden. Kompernaß: „Keiner will, aber wir müssen.“ Nach Angaben von Polizeisprecher Volker Schütte hat eine Privatperson aus Dortmund die Veranstaltung nach dem Versammlungsrecht beantragt. Schütte hofft, dass nicht mehr als 30, 40 Personen aus der rechten Szene teilnehmen werden. Für eine eher geringe Beteiligung spricht auch eine ähnliche Veranstaltung am Donnerstagabend (26.8.) in Herdecke. „Da war nicht viel los, was ja auch gut ist. Da waren um die 20 Leute“, erklärt Ingmar Wichert, Ratsherr der Grünen in Witten.

Seine Partei hat zum Widerstand am Samstag aufgerufen. „Witten hat keinen Platz für Rassismus“, so Wichert. „Lautstark werden die Wittener zeigen, dass sie in einer weltoffenen und toleranten Stadt leben wollen.“ Das Bündnis gegen Rechts, dem Wichert ebenfalls angehört, bereite Gegenaktionen vor.

Die geplante Kundgebung der Rechten steht offenbar in einem direkten Zusammenhang mit dem für den 4. September in Dortmund geplanten „nationalen Antikriegstag“ der Neonazi-Szene. Dafür solle wie schon in Herdecke geworben werden, so Verena Schäffer, Landtagsabgeordnete der Grünen. Wieder einmal zeige sich, dass die NPD mit den Autonomen Nationalisten zusammenarbeite.

Wobei, wie gesagt, offiziell eine Privatperson die Versammlung angemeldet hat. Es handele sich um „irgendwelche Nationalisten“, sagt Polizeisprecher Schütte. Diese scharfe Trennung zwischen Autonomen Nationalisten (AN) und der NPD werde in Witten gar nicht mehr vorgenommen, meint Ingmar Wichert. Die NPD kümmere sich um die bürgerliche, scheinbar seriöse Seite, die Autonomen nationalisten um den „Kampf auf der Straße“.

Das Bündnis gegen Rechts ruft auch zur Teilnahme an der Gegendemo am 4. September in Dortmund auf, wo die Neonazis einen der größten Aufmärsche bundesweit geplant hätten. Im Vorfeld wurde jüngst in Dortmund ein linkes Szenelokal angegriffen. Die Westfalenmetropole gilt als Stützpunkt der Autonomen Nationalisten. Und Witten ist ebenso wie Herdecke nicht weit.

Die städtische Aussteigerberaterin Silvia Eilhard glaubt, dass die rechte Szene in Witten nach wie vor „ganz gut aufgestellt ist“. Das spiegelten ihr die Anfragen von jungen Leuten, die aussteigen wollten, aber auch die erfolgreiche Präventionsarbeit. Eilhard: „Jugendliche erkennen dann schnell, dass sie auf den falschen Dampfer kommen.“

 
 

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