Grubenbahnen fahren fast in die Winterpause

Witten.  Der Duft von frischen Reibeplätzchen vermischt sich mit dem Dieselgeruch der kleinen Grubenbahn. Die Muttentalbahn feierte mit einem Kartoffelfest am Sonntag ihren Saisonabschluss: Noch einmal fuhren die Gäste mit den wackeligen Zügen durchs Muttental, dazu gab es Kartoffelgerichte von Haus Fründt.

Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Muttenthalbahn blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück: Trotz vieler verregneter Sonntage, fuhren fast 10 000 Gäste mit den kleinen Bahnen. „Und wir hoffen, dass wir mit unserem Nikolausfest die 10000er Marke noch knacken können“, sagt Hannsjörg Frank von der Arge Muttenhtalbahn. Auch am letzten regulären Fahrsonntag waren die kleinen Waggons wieder gut gefüllt. „Das ist hier viel wackeliger als im ICE“, sagt Maximilian und fügt an „und die Sitze sind hier auch nich so weich.“ Der Achtjährige ist mit Schwester Lia (5) und seinen Eltern extra aus Dortmund gekommen. „Etwas vergleichbares gibt es bei uns nicht“, so Papa Oliver Hehlert (39).

Schaffner Hermann Kasselbaum pfeift einmal laut mit seiner Pfeife und der Zug setzt sich mit einem Ruck wieder in Bewegung. „Man kann einen Ausflug hierher gut mit einem Spaziergang und einem Museumsbesuch verbinden“, sagt Lars Treinat (45), der mit seinen Söhnen Linus (3) und Jonas (1) ins Muttenthal gekommen ist. Im Museum der Zeche Theresia, die auf dem Gelände der Muttenthalbahn ist, stellt die Bergische Universität Wuppertal seit derzeit Museumskonzepte aus. Doch auch an Veranstaltungen bot die Arge in der vergangenen Saison allerlei: Der WDR war mit seinem Maus-Tag da und ein Trabbi-Treffen fand statt. „Den Maus-Tag hätten wir im nächsten Jahr gerne wieder hier“, sagt Hannsjörg Frank.

Der Zug kommt derweil wieder vom Parkplatz der Zeche Nachtigall zurück gerollt. „Er kommt, er kommt“, rufen drei Jungs zu ihren Vätern und rennen in Richtung Bahnsteig. „Wir hatten dieses Jahr auch viele neue Gesichter hier“, freut sich Schaffner Hermann Kassebaum (41). Unter den Besuchern sei sogar ein Australier gewesen.

Im kommenden Jahr gucken die Eisenbahnfreunde dann auf dreißig Jahre Muttenthalbahn zurück. „Wir wollen das auch feiern, wie wissen wir aber noch nicht genau“, sagt der 53-jährige Frank. Klar ist: Die in diesem Jahr „für einen Appel und Ei“ angeschaffte Lok aus den 1940er Jahren soll in den nächsten Monaten wieder fahrbereit gemacht werden.

 
 

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