Große Auszeichnung für Gerda Ottner

Mit Leib und Seele immer noch dabei: Gerda Ottner (M., mit Stirnband) inmitten ihrer Frauen-Turngruppe der SUA.
Mit Leib und Seele immer noch dabei: Gerda Ottner (M., mit Stirnband) inmitten ihrer Frauen-Turngruppe der SUA.
Foto: WAZ

Witten.  An Auszeichnungen hat es Gerda Ottner in ihrem ereignisreichen Leben für und mit dem Sport nie wirklich gemangelt. Jetzt kam eine weitere bedeutende dazu: In der ehemaligen Essener Zeche Zollverein erhielt die 72-Jährige aus der Hand von Landes-Sportministerin Ute Schäfer die Sportplakette Nordrhein-Westfalens als eine von 17 Persönlichkeiten, die sich ums Ehrenamt in herausragender Art und Weise verdient gemacht haben.

„Sie sind die Macherinnen und Macher, die die Weichen gestellt und Beachtliches im Sport und für die Vereine geleistet haben“, würdigte Schäfer in Vertretung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Preisträger der höchsten Sportauszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen. „Das war eine sehr feierliche Atmosphäre dort - und natürlich ist das eine tolle Auszeichnung“, sagt Gerda Ottner, die schon seit ihrem sechsten Lebensjahr (damals bei der DJK BW Annen) begeistert Sport treibt und bis heute nie davon losgekommen ist. „Gleich muss ich noch zum Tennis“, sagt die Bommeranerin beim Interview-Termin. Den Schläger schwingt sie (für den Dortmunder TC Oespel) noch heute liebend gerne - „meist gegen deutlich jüngere Gegnerinnen.“ Warum? „Weil mir das einfach Spaß macht. Am Wochenende haben wir wieder ein Turnier“, leuchten die Augen der zweifachen Mutter und dreifachen Großmutter.

Wenn es um ihr Steckenpferd Sport geht, ist sie kaum zu bremsen, wird zur flammenden Werberin für die Gemeinschaft im Sportverein. Ehrensache für die Abteilungsleiterin der Turner von der Sport-Union Annen, dass sie dort jeden Montag ab 19.30 Uhr für zwei Stunden weiterhin als Übungsleiterin inmitten vieler Freundinnen, die sie seit Jahren kennt, fungiert. „So bleibt man fit“, sagt Gerda Ottner - und wirkt weitaus jünger, als es ihr Personalausweis angibt. „Natürlich ist mein Kalender schon ziemlich voll - aber wer rastet, der rostet“, greift die Ehrenamtlerin aus Leidenschaft auf ein geflügeltes Wort zurück.

Als sie einen Blick auf die ellenlange Liste ihrer Tätigkeit in allerlei Funktionen im Laufe der letzten Jahrzehnte wird, kommt sie fast ins Stutzen: „Das ist ja schon eine ganze Menge.“ Kurzer Auszug aus dieser bemerkenswerten Laufbahn: Vorsitzende der SUA-Turnabteilung (seit 1994), Vorsitzende des Märkischen Turngaus (von 1991 bis 2011), dem sie heute noch als Ehrenvorsitzende eng verbunden ist. Dazu Mitglied im Hauptausschuss des Westfälischen Turnerbundes (seit 1970), Präsidiums-Mitglied des WTB - und, was ihr besonders am Herzen liegt: Der Vorsitz im „Karl-Drewer-Turnerhilfswerk“. Dieses Amt hat Gerda Ottner weiter inne - „weil mir das viel Spaß macht und es mir wichtig ist.“

Ihre eigene sportliche Karriere begann im Jahr 1956, damals bei der Rhythmischen Sportgymnastik. „Das nannte sich damals Westfalenriege. Einmal im Monat sind wir da mit Bus und Bahn von Witten nach Hamm zum Auswahl-Training gefahren“, erinnert sich Ottner. Dass sie schon 1958 bei der TG Witten in ihre erste Übungsleiter-Funktion rutschte - für sie eine Selbstverständlichkeit. Ab 1967 wurde dann die SU Annen ihre sportliche Heimat - und ist es bis heute geblieben. „Jemand hat einmal gesagt: Die Ehrenamtlichen sind die Seele der Demokratie - und das sehe ich genauso“, erklärt die ehemalige Verwaltungsfachangestellte.