Großbrand in Witten gelöscht - Schadenshöhe unklar

Feuer in der Produktionshalle: Auch am Abend war das Feuer noch nicht gelöscht.
Feuer in der Produktionshalle: Auch am Abend war das Feuer noch nicht gelöscht.
Foto: Thomas Nitsche
Beim Automobilzulieferer Pelzer stand am Montag eine Halle lichterloh in Flammen. Bis zum Dienstagmorgen flammte es aus Glutnestern immer wieder auf.

Witten.. Lichterloh brannte am Montag die Produktionshalle 11 des Automobilzulieferers HP Pelzer an der Brauckstraße. Der Brand brach gegen 12 Uhr aus und war erst gegen 23 Uhr zum größten Teil gelöscht. Die Freiwillige Feuerwehr hielt auch am Dienstagmorgen noch Brandwache und musste in der Nacht immer wieder kleinere Glutnester bekämpfen, aus denen Flammen hochschlugen. In der Halle gelagertes Kunststoffgranulat hat wiederholt angefangen zu brennen.

"Die Einsatzkräfte konnten nicht reingehen und das Granulat herausholen, weil die Halle drohte, einzustürzen", sagt Stadtpresseprecher Helmut Sonder am Dienstagvormittag. Die Brandermittler der Kriminalpolizei haben routinemäßig ihre Arbeit aufgenommen. Laut Frank Kalinka von der Wittener Feuerwehr sei außerdem eine Drohne der Feuerwehr Dortmund angefordert, um den Brandort aus der Luft zu analysieren. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt, die Höhe der Schäden ist bislang unklar.

Öl und Kunststoffe brannten

Der Großbrand versetzte halb Witten in den Ausnahmezustand: Überall blieben Leute stehen, um Fotos von der gigantischen, 200 Meter hohen, Rauchsäule zu machen. Weiträumig sperrte die Polizei Straßen ab: Auf den Autobahnen 44 und 45 rund um das Kreuz Dortmund/Witten ging zeitweise gar nichts mehr. Im Stadtgebiet war die Dortmunder Straße ab Höhe Mercedes-Autohaus gesperrt. Auch das Salinger Feld war dicht, die Brauckstraße mit Zufahrt zu Ostermann, Bauhaus oder nach Rüdinghausen aber freigegeben. Und auf der Rüdinghauser Kreisstraße herrschte Dauerstau.

Laut Auskunft von Feuerwehreinsatzleiter Mario Rosenkranz gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig: Erstens befanden sich im Inneren der Halle Fässer mit Kunststoffgranulat und rund 20.000 Liter Öl. Die seien schwierig zu löschen. Und zweitens konnten die bis zu 160 Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr aus Witten und den Nachbarstädten die einsturzgefährdete Halle nur von außen löschen.

Durchsagen und Warnung über das Radio

In der 70 mal 35 Meter großen Produktionshalle werden Schwerschichtfolien hergestellt, die Teil einer Fahrzeugisolierung sind, erklärt Bruno Seifert, Sprecher von HP Pelzer. Zur Schadenshöhe und zur Brandursache könne er noch keine Angaben machen – man müsse die Untersuchungen von Kripo und Versicherung abwarten.

Kurz nach Ausbruch des Feuers wurden die Anwohner mit Lautsprecherdurchsagen und über das Radio gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten – da giftige Dämpfe befürchtet wurden. Betroffen waren vor allem Bewohner des Dortmunder Südens. Ergül Karadas, die einen Imbiss an der Brauckstraße betreibt, hat ein ungutes Gefühl: „Meine Augen tränen und ich habe ein Kratzen im Hals. Die Wolke hat uns direkt eingehüllt.“

Umweltbelastung hält sich in Grenzen

Eine Spezialeinheit der Dortmunder Feuerwehr maß mehrfach, ob durch den Brand Schadstoffe in die Luft gelangt sind. „Es gibt keine erhöhten Messwerte“, gibt Einsatzleiter Rosenkranz nachmittags Entwarnung.

Eine weitere gute Nachricht: "Das belastete Löschwasser ist nicht ins Grundwasser und auch nicht in den nahegelegenen Grotenbach gelangt", sagt Helmut Sonder von der Stadt Witten. Das Wasser konnte über Kanäle ins Klärwerk Dortmund Nord geleitet werden.

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