Großbäckerei Kronenbrot meldet Insolvenz an

Die Großbäckerei Kronenbrot an der Friedrich-Ebert-Straße hat Insolvenz angemeldet. In Witten sind 200 Arbeitsplätze betroffen.Foto:Thomas Nitsche
Die Großbäckerei Kronenbrot an der Friedrich-Ebert-Straße hat Insolvenz angemeldet. In Witten sind 200 Arbeitsplätze betroffen.Foto:Thomas Nitsche
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Insolvenz der Großbäckerei Kronenbrot gefährdet in Witten 200 Arbeitsplätze. Sanierung in Eigenverwaltung geplant. Betriebsversammlung: 4. 5.

Witten..  Die Stimmung bei Kronenbrot ist auf dem Nullpunkt. Die Angst um ihre Arbeitsplätze sitzt den Mitarbeitern im Nacken.

Die Großbäckerei hat Ende April Insolvenz angemeldet. Im Betrieb an der Friedrich-Ebert-Straße sind 200 Arbeitsplätze betroffen. 1000 weitere an den beiden anderen Standorten Köln und Würselen bei Aachen.

Trotz des Insolvenzantrages geht der Betrieb vorerst ganz normal weiter. Es werde Brot gebacken, verpackt und ausgeliefert, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen strebt eine so genannte Sanierung in Eigenverwaltung an. Dabei sollen möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Löhne seien bis Juni gesichert und volle Auftragsbücher ein gutes Signal für die Zukunft. Während der Planinsolvenz zahlt die Agentur für Arbeit drei Monate lang die Gehälter. In dieser Zeit soll der bereits begonnene Umbau von Kronenbrot weitergehen.

Trotz stabiler Umsätze in der Krise

So läuft der Geschäftsbetrieb vorläufig uneingeschränkt weiter. Kronenbrot beliefert weiterhin täglich seine Kunden mit tagesfrischen Backwaren – Lebensmitteldiscounter, Einzelhändler, Krankenhäuser und Altenheime. „Wir haben eine Vollauslastung unserer Öfen. Die Aufträge sind da. Wir planen keine Kündigungen, denn wir brauchen unsere motivierten Mitarbeiter, die täglich frische Waren für unsere Kunden backen“, betont Lothar Mainz, geschäftsführender Gesellschafter.

Wettbewerbsdruck, erhebliche Preissteigerungen bei den Rohstoffen und ein hart umkämpfter Markt haben das Traditionsunternehmen jetzt in die Liquiditätskrise geführt – trotz stabiler Umsatzzahlen. Doch um zu überleben, braucht Kronenbrot neue Investoren, um anstehende Auftrage in der zweiten Jahreshäfte anzuschieben.

Rechtanwalt Tillmann Peeters ist übrigens Generalbevollmächtiger im Insolvenzverfahren. Es liegen bereits positive Signale von Geschäftspartnern vor. Die Belegschaft ist am Freitag über den Insolvenzantrag informiert worden. Eine Betriebsversammlung findet am Mittwoch (4. 5.) statt.

 
 

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