Gewerbefläche: Ruf nach Bürgerbegehren wird laut

Die Bürgerinitiative gegen den Bau eines Gewerbegebiets an der Kleinherbeder Straße macht weiter mobil.
Die Bürgerinitiative gegen den Bau eines Gewerbegebiets an der Kleinherbeder Straße macht weiter mobil.
Foto: WAZ/FotoPool
Hevener wollen weiterhin Widerstand leisten. Stadt prüft, ob Öko-Gutachten jetzt schon nötig ist.

Witten..  Noch fehlt der Ratsbeschluss zur möglichen interkommunalen Gewerbefläche an der Kleinherbeder Straße in Heven, doch die Planung läuft weiter. Die Bürgerinitiative Heven hatte am Mittwochabend zur Diskussion eingeladen, auch zahlreiche Politiker waren gekommen. Eins wurde deutlich: Der Widerstand geht weiter. Ein Zuhörer forderte ein Bürgerbegehren, um das Gewerbegebiet zu verhindern.

„2016 stellt der Regionalverband Ruhr den neuen Regionalplan für die nächsten 15 Jahre auf. Deshalb hat die Stadtverwaltung diese Fläche jetzt als Gewerbefläche angemeldet“, erläuterte CDU-Vize Arnuf Rybicki. Uwe Rath (SPD) stellte klar, dass der RVR die Diskussion über die mögliche Öffnung regionaler Grünzüge für interkommunale Gewerbeprojekte angestoßen habe.

Eine Machbarkeitsstudie bewertet die hochwertige Landwirtschaftsfläche trotz des Landschaftsschutzes als für die Gewerbeansiedlung geeignet, ebenso eine Fläche in Stockum. Beides stößt auf breiten Protest in der Bürgerschaft. Derzeit prüft die Stadtverwaltung die Rechtmäßigkeit des Verfahrens. Umstritten ist insbesondere, ob ein Öko-Gutachten bereits vor der Anmeldung der Fläche beim RVR erforderlich ist oder erst später.

„Dass im Rat noch kein Beschluss gefasst wurde, stellt lediglich einen wichtigen Etappensieg dar. Die Bürger müssen weiter Widerstand zeigen“, betonte Oliver Kalusch für die Linke. Er stellte die Frage, wie zuverlässig der Flächennutzungsplan 2020 eigentlich sei, wenn ihn selbst der Stadtbaurat in Frage stelle. „Die Flächen in Heven und in Stockum müssen unbedingt freigehalten werden“, forderte der Politiker.

Die Zuhörer kritisierten, dass das geplante Gewerbegebiet in unmittelbarer Nähe zum Kemnader See liege und nicht in die Landschaft passe. Im Übrigen gebe es genügend besser geeignete Brachflächen in Witten und Umgebung - etwa die Opelflächen in Bochum. Bislang führt Witten Gespräche, beteiligt sich aber nicht an der Gesellschaft. Begründung: Es könnte sein, dass viel Geld nachgeschossen werden müsste.

 
 

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