Gemeinden gestalten neues Bildungskonzept

Gehören zum Bildpunkt-Team des Pastoralverbundes Witten-Ost: Konstanze Böhm-Kotthoff (l.), Dieter Fender und Anita Marciniak. Foto: A. Kreikenbohm
Gehören zum Bildpunkt-Team des Pastoralverbundes Witten-Ost: Konstanze Böhm-Kotthoff (l.), Dieter Fender und Anita Marciniak. Foto: A. Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool
Das Erzbistum Paderborn hat im Pastoralverbund Witten-Ost einen neuen Standort für Bildungsarbeit eingerichtet: den „Bildpunkt im KUKloch“.

Witten.. „Man sitzt anderthalb Stunden auf dem Hintern und hört zu, wie jemand vorne redet. Dann diskutiert man zehn Minuten und geht wieder nach Hause.“ Gemeindereferent Dieter Fender (54) bringt auf den Punkt, „was viele Menschen unter Bildung verstehen“. Dass es auch anders geht, soll das neue Projekt im Pastoralverbund Witten-Ost unter Beweis stellen: der „Bildpunkt im KUKloch“.

Zwei Aspekte von Gemeindearbeit kommen da zusammen, die bislang wenig miteinander zu tun hatten. Der eine ist das „KUKloch“, die Kleinkunstbühne im Keller des Gemeindezentrums der Katholischen Kirchengemeinde St. Maximilian Kolbe an der Hörder Straße in Stockum, die es seit über drei Jahren gibt. In den Raum passen etwa 40 Leute plus Mini-Bühne. Lesungen gibt’s hier und Kabarett, manchmal Mal-Workshops oder Musik. Letzten Mittwoch erst hat eine Dortmunder Heavy-Metal-Band bei einem Akustik-Abend ordentlich Stimmung gemacht.

Dazu kamen gelegentlich Bildungsveranstaltungen mit Vorträgen und Diskussionsrunden – wie in den anderen Gemeinden St. Pius (Rüdinghausen) und St. Joseph (Annen) auch, die seit der Zusammenlegung zum Pastoralverbund Witten-Ost gehören. Jede Gemeinde hatte ihren eigenen Bildungsbeauftragten. „Und jeder machte so für sich“, sagt Konstanze Böhm-Kotthoff.

Womit der zweite Aspekt von Gemeindearbeit ins Spiel kommt. Denn die 50-jährige Leiterin der Katholischen Bildungsstätte in Dortmund gehört mit zum achtköpfigen „Bildpunkt“-Team und wird Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände dabei unterstützen, den Bildungsbereich auszubauen – mit Hilfe des neuen Konzepts des Erzbistums Paderborn, eben jenen „Bildpunkten“. Die Angebote, die sich hauptsächlich an den Vorgaben des Weiterbildungsgesetzes NRW orientieren, sollen möglichst an einem Ort gebündelt werden. Und dieser Ort ist das KUKloch, wo es nicht nur Lebens- und Glaubenshilfe, sondern immer auch ein Gläschen Wein und einen kleinen Snack geben wird.

„Wir müssen jetzt nicht alles neu erfinden“, sagt Dieter Fender. Soll heißen: Das Team plant zwar eigene Veranstaltungen, unterstützt aber zum Beispiel auch bestehende Aktivitäten der Frauengemeinschaft oder der Kindertageseinrichtungen. Gesucht werden außerdem Kooperationspartner, gern auch nicht-katholische. „Wir haben schon Kontakt zum Stadtteilbüro Annen aufgenommen.“

Bis zu den Sommerferien will das Bildpunkt-Team, das finanziell von Land und Kirche unterstützt wird, sammeln, was in Gruppen und Vereinen der Gemeinden schon in Sachen Bildung stattfindet. In den Ferien soll dann ein Flyer mit dem gesamten Programm fürs zweite Halbjahr zusammengestellt werden. Mit Angeboten, bei denen die Teilnehmer natürlich nicht nur anderthalb Stunden auf ihrem Hintern sitzen und zuhören.

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