Gelsenkirchener Planer wird neuer Stadtbaurat in Wittener

Kämmerer Matthias Kleinschmidt (hier mit Bürgermeisterin Sonja Leidemann) ist für eine dritte Amtszeit gewählt worden.
Kämmerer Matthias Kleinschmidt (hier mit Bürgermeisterin Sonja Leidemann) ist für eine dritte Amtszeit gewählt worden.
Foto: FUNKE Foto Services
Trotz Kritik im Vorfeld war die Sache am Ende ziemlich klar: Mit 80 Prozent der Stimmen ist Stefan Rommelfanger zum neuen Stadtbaurat gewählt worden.

Witten hat einen neuen Stadtbaurat. Nachdem Dr. Markus Bradtke im Oktober nach Bochum gewechselt war, wurde mit dem parteilosen stellvertretenden Gelsenkirchener Planungsamtsleiter Stefan Rommelfanger (53) nun sein Nachfolger gewählt. Der zuletzt von der CDU Gelsenkirchen unter Beschuss genommene Stadtplaner erhielt 56 von 69 Stimmen, das sind rund 80 Prozent. Zehn Ratsmitglieder votierten gegen ihn, drei enthielten sich.

Da die Piraten kurzfristig geheime Wahl beantragt hatten, ist nicht auszumachen, wer den gelernten Diplom-Ingenieur für Raumplanung nicht wollte. Die SPD hatte sich im Vorfeld einstimmig für ihn ausgesprochen. Die 16-köpfige CDU-Fraktion war sich nicht einig gewesen, bei ihr war Rommelfanger im Vorhinein knapp durchgefallen. Grüne, Linke, FDP und Piraten beteuerten, für ihn gewesen zu sein.

Rathaussanierung wird Chefsache

Der neue Technische Beigeordnete bedankte sich nach seiner Wahl „für das Vertrauen, das ich in diesem Ergebnis erkenne“, spielte aber auch auf die Spannungen im Vorfeld an, vor allem das Störfeuer aus der Union in Gelsenkirchen, deren zweiter Vize-OB ihm vorgeworfen hatte, seine Aufgaben als Leiter der Koordinierungsstelle „Stadterneuerung“ nicht erledigt zu haben. „Ich hätte mir die Vorweihnachtszeit etwas entspannter gewünscht“, sagte Rommelfanger.

Der Dortmunder, der Witten „von der Geburt meiner beiden Söhne kennt“, reichte allen Fraktionen die Hand. Stadtplanung gelinge nur, wenn Rat und Verwaltung konstruktiv zusammenarbeiteten. Am Rande der Sitzung lobte Rommelfanger seinen Vorgänger für die „gute Arbeit“, einige Projekte stellten aber noch eine Herausforderung dar.

„Wie finden wir einen Investor für den Kornmarkt?

Der neue Stadtbaurat, um dessen frühzeitigen Start die Bürgermeisterin noch mit der Verwaltung in Gelsenkirchen verhandeln muss, will die 25 Millionen Euro teure Rathaussanierung zur Chefsache machen, nicht nur die untere Bahnhofstraße, sondern auch „vernachlässigte Stadtteile“ angehen und den Investoren-Wettbewerb für den Kornmarkt gegebenenfalls etwas „öffnen“. Der Ansatz, Teile als Platz zu erhalten und dort Wohnungsbau zu planen, sei schon einmal gut. Einzelhandel sieht Rommelfanger dort weniger, eher ein anderes Gewerbe oder vielleicht Gastronomie im Erdgeschoss. Die Kernfrage laute: „Wie finden wir einen Investor?“

Womit wir beim Thema „Geld“ und bei der zweiten Wiederwahl von Kämmerer Matthias Kleinschmidt angelangt wären. Nach 16 Jahren im Amt konnte er sich trotz der angespannten Finanzlage über 59 Ja-Stimmen freuen. Vier Ratsmitglieder entschieden sich gegen ihn, sechs enthielten sich. Kleinschmidt, der mit B 3 (knapp 7000 Euro) eine Besoldungsstufe mehr als Rommelfanger (gut 6000 Euro) bekommt, erhielt viel Applaus. Dabei hatte er die Ratsmitglieder gewarnt: „Hoffentlich enttäusche ich Sie nicht beim nächsten Tagesordnungspunkt.“ Da ging es um die drastische Erhöhung der Steuersätze.

 
 

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