Freilaufende Katzen dürfen ab 2017 sofort kastriert werden

Kastrierte Katze aus dem Tierheim: An der Wetterstraße landen viele Fundtiere. Diese Europäische Kurzhaarkatze wurde im August kastriert, bevor die „Arche“ für sie ein neues Zuhause suchte.
Kastrierte Katze aus dem Tierheim: An der Wetterstraße landen viele Fundtiere. Diese Europäische Kurzhaarkatze wurde im August kastriert, bevor die „Arche“ für sie ein neues Zuhause suchte.
Foto: Walter Fischer
  • EN-Kreis will so die Population wild lebender Tiere eindämmen
  • Halter müssen ihre Hauskätzchen bis zum neuen Jahr kennzeichnen
  • Kreis übernimmt Kosten für Kastration, wenn es keinen Besitzer gibt

Witten..  Zur Eindämmung der Katzenpopulation dürfen freilaufende, nicht gekennzeichnete Tiere ab 2017 auf Kosten des Kreises sofort kastriert werden. Das sieht die neue Katzenschutzverordnung vor, die der Kreistag jetzt beschlossen hat.

Beantragt wurde die neue Verordnung im April von der Fraktion Freie Wähler/Piraten. Die Kreisverwaltung sieht Handlungsbedarf im gesamten EN-Kreis und hat sie mit Tierheimen, Tierschützern und Katzenschutzvereinen erarbeitet.

Alle Freigänger müssen registriert und kastriert sein

Bisher musste beim Auffinden freilaufender, nicht kastrierter Katzen zunächst davon ausgegangen werden, dass es einen Besitzer gibt. Die Verordnung ermöglicht es jetzt, trotzdem unmittelbar tätig zu werden. Denn ab 2017 müssen alle Freigänger registriert und kastriert sein.

Wenn dann eine Katze ohne Kennzeichnung aufgefunden wird, kann man sie sofort kastrieren. Die Kosten übernimmt in diesem Fall der Kreis. Genau diese Handlungsfähigkeit hatten Katzenschutzvereine und Veterinäre bisher nicht. Kreistagsmitglied Jörg Müller: „Die neue Verordnung schafft Rechtssicherheit für Tierschützer und hilft, wild lebende Katzenpopulationen zu begrenzen.“

Halter haben noch bis zum neuen Jahr Zeit

Für Halter besteht laut Kreis ausreichend Zeit, da die Verordnung erst im neuen Jahr in Kraft tritt. Dann sollten nicht gechipte oder kastrierte Katzen beim Tierarzt gewesen sein. Die neuen Regeln betreffen natürlich nur Tiere mit Ausgang. Durch die erhoffte Eindämmung der Population kommen „legale“ Freigänger-Katzen laut Kreis weniger in Kontakt mit erkrankten Tieren und erkranken selbst seltener. Außerdem würden Kleintier- und Vogelarten, die bisher von wilden Katzen gejagt wurden, besser geschützt.

 
 

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