Französische Musiker begeistern im Saalbau

Beim „Karneval der Tiere“ führte Paula Emmtich durchs Programm. Die Französische Kammerphilharmonie gab zwei Konzerte an einem Tag.
Beim „Karneval der Tiere“ führte Paula Emmtich durchs Programm. Die Französische Kammerphilharmonie gab zwei Konzerte an einem Tag.
Foto: Zabka
Die Französische Kammerphilharmonie entfachte im Saalbau Beifallsstürme. Sie gab zwei Konzerte an einem Tag.

Witten..  Als Gast des Kulturforums konzertierte die „Französische Kammerphilharmonie“ am Donnerstag zweimal im Saalbau. Am Nachmittag stand der Kinderkonzert-Klassiker „Karneval der Tiere“ auf dem Programm, abends spielte das Ensemble Stücke passend zum Motto „Une nuit francaise“.

Eins vorweg: Der Name „Kammerphilharmonie“ ist sicher irreführend, denn am Ende des abendlichen Programms hatten ca. 60 Musiker auf der Bühne Platz genommen.

Ein solch großes Orchester kann, wenn es metrisch genau und mit sauberer Intonation musiziert, wundervoll satte und intensive Klänge erzeugen. Dirigent Philip van Buren hatte seine zahlreichen Musiker voll im Griff und verstand es außerdem, musikalische Impulse zu setzen.

Ausgefeilte Spieltechnik

Die Konzertstücke „Die schöne Helena“ und „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques Offenbach sind der leichteren musikalischen Kost aus dem Reich der Operette zuzuordnen. Wer aber glaubt, leichte Musik sei auch leicht zu spielen, irrt gewaltig. Besonders diese Werke verlangen eine ausgefeilte Spieltechnik und größte Präzision, um ihren musikalischen Duft zu entfalten. Das Orchester wurde dem voll gerecht und zog die Zuhörer in seinen Bann.

Auch das folgende Cellokonzert in a-moll von Camille Saint-Sans wurde von leichter Hand geschrieben und steckt doch voller tiefgründiger Deutungen und musikalischer Verknüpfungen. Der Solist des Abends, Samuel Lutzker, bestach durch seine ausgereifte Klangkultur. Sein Ton war voluminös in den Tiefen und herrlich gesangvoll in den Höhen. Als Vermittler zwischen Solist und Orchester zeigte der Dirigent sein Gespür für lebendiges Musizieren.

Fulminanter Schluss

Der Höhepunkt des Abends war zweifellos die Wiedergabe des berühmten „Boléro“ von Maurice Ravel. Darin werden zwei tänzerische Themen von sich ständig vergrößernden Instrumentengruppen wiederholt. Dabei gelang es dem Orchester, die Lautstärke von fast unhörbar bis zum fulminanten Schluss gleichmäßig zu steigern. Unaufhaltsam steuerte das Ganze auf ein infernalisches Ende zu, wo schließlich alles erschöpft zusammenbricht.

Tosender Beifall war die Belohnung für diese außerordentliche Leistung. Erst nach zwei Zugaben entließen die Zuhörer das Orchester.

 
 

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