Flagge zeigen reicht nicht

Jürgen Augstein

Witten hat Flagge gezeigt, das ist gut so – gegen die neue Rechte, gegen Verschwörungstheoretiker, die uns weismachen wollen, einige Bankiersfamilien regierten heimlich die Welt, der Euro und die Rettung der Krisenländer seien Teufelswerk und wir alle Opfer der Lügenpresse... Die neue Rechte, das sind die, die bei Pegida das Mikro ergreifen, geistige Brandstifter, die auf Kosten von Minderheiten wie Ausländern zündeln. Was haben die in Witten eigentlich zu suchen?


Die Frage, wie ein solcher Kongress nach Witten kommen kann, müssen sich aber auch einzelne Parteien des Aktionsbündnisses gefallen lassen, deren Politiker im Verwaltungsrat des Kulturforums sitzen, das jenem Kongress Wittens gute Stube erst überließ.

Der Saalbau-Chef will eine volle Hütte, verständlich. Aber es kann doch nicht sein, dass die Politik ihm bei zweifelhaften Mietern freie Hand lässt und hinterher laut „wir wollten das nicht“ schreit. Künftig sollten alle mehr auf der Hut sein – oder einfach ehrlich: Was ist uns wichtiger – das Geld für den Stadtsäckel oder die Moral?