FC Bayern gewinnt gegen Feuerwerk

Am Samstagnachmittag war die Stadt noch voll mit Menschen. Am Abend saßen die meisten lieber vor dem Fernseher und schauten das Championsleague-Finale. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Am Samstagnachmittag war die Stadt noch voll mit Menschen. Am Abend saßen die meisten lieber vor dem Fernseher und schauten das Championsleague-Finale. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
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Witten.. Nun ist es schon wieder vorbei, das bunte Treiben der Himmelfahrtskirmes. Besucher strömten scharenweise über die Ruhr- und Bergerstraße. Aber waren sie nur spazieren oder wirklich in Jahrmarktstimmung? Nun ziehen die Schausteller Bilanz.

In einem Punkt sind sich alle Händler und Karussellbetreiber einig: Petrus meinte es gut mit ihnen. Fünf Tage lang schönes, nicht zu warmes Wetter mit viel Sonne - ein Traum für jeden Budenbesitzer. „Das Wetter war der absolute Knaller. Besser kann es kaum sein. Dafür hat uns der FC Bayern am Samstagabend einen Strich durch die Rechnung gemacht“, merkt Adolf Hirsch, Betreiber des Klassikers Autoscooter, an. Durch das Fußballspiel seien viele Besucher der Kirmes fern geblieben, die sonst zumindest zum Feuerwerk gekommen wären, glaubt der 32-Jährige.

Nur einige Meter weiter durfte Melanie Hansla mit ihrem „Spukschloss“ vor dem Saalbau haltmachen. Die Wittener haben das gruselige Labyrinth gut angenommen, obwohl es etwas versteckt hinter dem Karussell „The Aviator“ aufgebaut war. „Ich kann ganz zufrieden sein. Allerdings muss ich sagen, dass das Feuerwerk am Samstag ein Schuss in den Ofen war. Wegen der Bayern waren kaum Leute hier. Das hat uns eine Menge Geld gekostet“, meint die Schaustellerin.

Einer, der durch das warme Wetter eigentlich guten Profit gemacht haben müsste, ist Bernhard Prinz von der traditionellen Drachenschänke. An Christi Himmelfahrt stach Bürgermeisterin Sonja Leidemann hier das Bierfass offiziell an und eröffnete die Kirmes. „Trotz allem sind die Umsätze eher mäßig“, sagt Bernhard Prinz. Für ihn gibt es zwei Gründe, die dazu geführt haben. Zum einen stimmt er seinen Schausteller-Kollegen zu, dass das Champions League-Finale am Samstag nicht förderlich für den Umsatz war. Einen anderen Grund sieht Prinz auch noch: „Viele Familien, die sonst gekommen sind, blieben diesmal fern, weil sie direkt oder über mehrere Ecken etwas mit Opel zu tun haben. Sie versuchen natürlich, das Geld zusammenzuhalten. Man weiß ja nie, was noch kommt.“ Trotz allem ist der Wirt zufrieden mit der diesjährigen Himmelfahrtskirmes.

Einige Neulinge unter den Schaustellern gab es dieses Mal ebenfalls. Nicole Bötticher hatte mit ihrem Stand „Elektronik-Dart“ Premiere auf der Kirmes. Sie habe keinen Grund, sich zu beklagen. „Das Wetter hat mitgemacht, die Leute waren neugierig auf meinen Stand und es lief wirklich gut. Vom Fußball habe ich nichts gemerkt, vielleicht weil meine Zielgruppe, die Kinder, kein Fußball schauen.“

Die nächste Kirmes gibt es im September. Die Schausteller sind sich einig: Dann bitte ohne Fußball!

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