Fahrradclub fordert Konzept für Witten

Der Rheinische Esel ist ein Beispiel für die bereits gelungene Anbindung eines Stadtteils an die Innenstadt.
Der Rheinische Esel ist ein Beispiel für die bereits gelungene Anbindung eines Stadtteils an die Innenstadt.
Foto: WAZ
Stadtteile besser anbinden, Veränderungen nicht nur punktuell sondern im Rahmen eines Gesamtplans umsetzen, Kombination von Fahrradfahren und Nahverkehrnutzung erleichtern. Der Antrag des ADFC ist umfangreich und könnte Kosten in fünfstelliger Höhe verursachen.

Witten.  Wittens Radverkehrskonzept ist alt: Es hat fast 30 Jahre auf dem Buckel. Zeit, um Fahrradwege und Abstellanlagen einmal genau unter die Lupe zu nehmen und zu verbessern, meint der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club EN (ADFC) und fordert die Stadt per Antrag zum Handeln auf. Die bisherigen Bemühungen Wittens seien durchaus lobenswert, heißt es in dem Schreiben, dennoch sollten die „punktuellen Verbesserungen unbedingt mit den bestehenden Radwegen effektiver in einem Gesamtkonzept vernetzt werden“.

Der ADFC regt unter anderem eine Bestandsaufnahme der aktuellen Fahrradinfrastruktur an, um Lücken in den Verbindungen zwischen den Stadtteilen und zur Innenstadt aufzuzeigen. Außerdem müsse die Kombination von Radfahren und öffentlichem Nahverkehr erleichtert werden.

Auch Verkehrsausschuss fordert einheitliches Konzept

Verkehrsplaner Andreas Müller, selbst Mitglied im ADFC, aber nicht an dem Antrag beteiligt, hält den Entwurf für eine „gute Diskussionsgrundlage“. „Das ist nicht so eine Kummerkasten-Anfrage, bei der hier eine Markierung hin und dort ein Schild weg soll.“

Ein vollständiger Überblick über den Wittener Radverkehr fehle tatsächlich, so Müller. Auch im Verkehrsausschuss sei immer wieder ein einheitliches Konzept gefordert worden. Basierend auf dem Antrag könne es voraussichtlich nach dem Sommer eine Verwaltungsvorlage geben, die dann politisch diskutiert werde. Sollte der ADFC-Antrag wirklich umgesetzt werden, lägen die Kosten „sicher im fünfstelligen Bereich – je nachdem, was gemacht wird“.

Heven nicht gut per Fahrrad erreichbar

Was die Radwege der Stadt Witten angeht, weist Müller darauf hin, dass schon lange bei Sanierungen von Hauptverkehrsstraßen die Maßgabe bestehe, Fahrradwege direkt mit anzulegen. „Wir haben uns schon gekümmert und immer mal wieder was gemacht“, sagt Müller – dass es auch ein Gesamtkonzept geben müsse, sei allerdings klar.

Heven beispielsweise sei bislang gar nicht gut per Fahrrad zu erreichen, in Richtung Bommern bestehe eine Lücke an der Ruhrstraße. Auf der Herbeder Straße sei allerdings der Landesbetrieb zuständig. Wenn entschieden sei, wie es mit der Herbeder Ruhrbrücke weitergehe, komme auch dort ein Radweg drauf. „Da haben wir wieder ‘nen halben Kilometer mehr.“ In den kommenden Jahren werde es ohnehin etliche Kilometer neue Radwege an den Hauptverkehrsstraßen geben, zum Beispiel an der Pferdebachstraße.

Mehr Abstellanlagen müssen her

Neben den Fahrradwegen hält der ADFC auch die Abstellanlagen für optimierungsbedürftig. Es müsse „sichere und überdachte Abstellanlagen, insbesondere an den Schulen“ geben. Dem stimmt Müller prinzipiell zu. Man müsse sich allerdings auch fragen, wie die Anlagen im Einzelfall aussehen, ob sie offen, abgeschlossen, wettergeschützt sein müssten. Kleinere Abstellmöglichkeiten würden jetzt schon kontinuierlich erneuert. „Wir verteilen das, damit überall, wo man gerade ist, ein Fahrradständer in der Nähe ist“, so Müller. Wenn Bushaltestellen umgebaut würden, errichte man dort direkt Abstellmöglichkeiten.

Obwohl man die vom ADFC geforderten Verbesserungen in der Verwaltung also prinzipiell gern umsetzen möchte, wird das Vorhaben neben Geld auch viel Zeit benötigen. „Das kann man nicht nebenbei machen“, so Müller, „das ist eine ganze Ecke Arbeit, wenn man das wirklich ernst nimmt“. Und genau das wäre für ein sinnvolles Konzept ja wünschenswert.

 
 

EURE FAVORITEN