EZW an der Uni Witten hilft Studenten bei der Firmengründung

Begreift das Wittener EZW selbst als Start-up-Unternehmen: Geschäftsführer Tim Kahrmann (33).
Begreift das Wittener EZW selbst als Start-up-Unternehmen: Geschäftsführer Tim Kahrmann (33).
Foto: Funke Foto Services
Das EZW an der Universität berät Wittener Studenten, die eine eigene Firma gründen wollen. Tim Kahrmann und sein Team kennen auch Geldgeber.

Witten.. Gute, mutige Ideen verdienen eine Chance, meint das fünfköpfige Team des EZW an der Universität. Die gemeinnützige Organisation, im vergangenen Jahr gegründet, steht Studenten und Uni-Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite, die gerne eine Firma gründen möchten. Tim Kahrmann ist seit einigen Wochen neuer EZW-Geschäftsführer. „Wir wollen kreativen Menschen die Möglichkeit bieten, ihre Geschäftsideen auszutesten“, sagt der 33-Jährige.

Die Unterstützung, die das EZW Start-up-Unternehmen zukommen lässt, ist praktischer Natur. Neun bis zwölf Monate lang werden Gründungswillige beraten und begleitet. Das EZW, das seinen Sitz im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) an der Alfred-Herrhausen-Straße hat, bietet Jung-Unternehmern fünf Büros an, die diese kostenlos nutzen können.

Bei jedem, so Kahrmann, werde zunächst die Geschäftsidee geprüft. „Und dann auch weiter entwickelt. Dies ist der Unterschied zu einem Existenzgründer-Seminar bei der IHK. Bei uns dürfen die Leute früh Fehler machen. Das kostet weniger Geld, als wenn das später passiert.“

„Da fragen Menschen: Was kann ich für Euch tun?“

Die Uni ist einer der Gesellschafter des Zentrums, „auf deren großes Netzwerk wir zurückgreifen können. Da kommen Menschen auf uns zu und fragen: Was kann ich für Euch tun?“ Man vermittele Mentoren und auch Investoren, die den Mut haben, Geld in Geschäftsideen zu stecken, für die man bei einer Bank in der Regel keinen Kredit bekomme. „Da engagieren sich oftmals Unternehmer, die solche Geschäftskonzepte auch verstehen.“

Einer, den das EZW in die Selbstständigkeit begleitet hat, ist der ehemalige Wittener Wirtschaftsstudent Jan-Lasse Schumacher, der mittlerweile ein Master-Studium in Berlin absolviert und nebenbei Geld als Online-Herrenausstatter verdient. Mit Hilfe des EZW ging auch die Firma „MateApps“ an den Start, die eine Abrechnungs-App für Leute entwickelte, die in Wohngemeinschaften leben – damit es da keinen Streit ums liebe Geld gibt.

Kahrmann: „Im Moment betreuen wir drei Dortmunder BWL-Studenten, die eine App auf den Markt bringen möchten, über die Eltern Tagesmütter und Babysitter buchen können.“ Das Trio sei hierbei auch mit der Wittener Awo im Gespräch, die ausgebildete Tagesmütter vermittelt.

Der EZW-Geschäftsführer betont, dass sein Zentrum über den Wittener Tellerand hinausschaue. Sein Ziel: „Wir würden gerne mit der Bochumer Ruhr-Uni und der TU Dortmund kooperieren.“ Mit der Unterstützung der Start-up-Unternehmen wolle das EZW auch dabei helfen, „dass in unserer Region zukunftsträchtige Jobs entstehen und junge Menschen nicht abwandern müssen, um sich verwirklichen zu können“.

Studium in den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz

Der 33-Jährige ist für seine Ausbildung und die ersten Berufserfahrungen „abgewandert“. Der gebürtige Iserlohner hat „International Business“ in den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz studiert, später unter anderem bei einer Privatbank in Zürich in der Marketing-Abteilung gearbeitet, danach bei einem mittelständischen Pumpenbauer.

Erfahrungen, die Tim Kahrmann und seinem EZW-Team – Wirtschaftsstudenten der Uni – bei ihrer Arbeit zugute kommen.

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