Experten für Warnschild nach Hund-Attacke auf Schafherde in Witten

Freuen sich auf den Tag des Hundes am 1. Juni am Zollhaus Herbede: links Hundetrainerin Daniela Braun mit ihrem Beagle Spanky und Mischling Molly, in der Mitte Gudrun Dönhoff vom Zollhaus, rechts Tierpsychologin Verena Pick.
Freuen sich auf den Tag des Hundes am 1. Juni am Zollhaus Herbede: links Hundetrainerin Daniela Braun mit ihrem Beagle Spanky und Mischling Molly, in der Mitte Gudrun Dönhoff vom Zollhaus, rechts Tierpsychologin Verena Pick.
Foto: WAZ
Nach der für zwei Schafe tödlichen Attacke auf einer Hundewiese am Kemnader See unterstützen die Macher einer Veranstaltung zum Tag des Hundes die Forderung des Schäfers Martin Reimelt, Warnschilder während der Weidetage aufzustellen. Das Freizeitzentrum Kemnade ist bislang allerdings dagegen.

Witten.. Das dürfte ein großes Gekläffe geben. Das Zollhaus in Herbede lädt am – zugegeben inoffiziellen – Tag des Hundes erstmals zu einem bunten Rahmenprogramm rund um den besten Freund des Menschen ein. Die Vorfreude auf den übernächsten Samstag, 1. Juni, lässt aber auch die Organisatoren nicht vergessen, dass direkt nebenan auf der großen Wiese für freilaufende Hunde vor einer Woche zwei Schafe getötet wurden und der „Tat-Hund“ daraufhin von seinem Besitzer eingeschläfert worden ist.

Die Herde des Schäfers Martin Reimelt weidet rund acht Tage im Jahr die Hundeweise direkt an der Ruhr ab, dabei werden die Schafe von einem Elektrozaun eingepfercht, der allerdings keinen Schutz vor Hunden bietet. Das Freizeitzentrum Kemnade als Verwalter der Wiese hält nichts von Reimelts Bitte, Warnschilder während der Weidetage aufzustellen. Das sehen die Macher des Hundetags am Zollhaus jedoch ganz anders.

„Ein Schild ,Achtung Schafe’ würde sehr helfen“

Trainerin Daniela Braun, Leiterin von „HundGutAllesGut“ in Witten, sagt: „Ein Schild ,Achtung Schafe’ würde sehr helfen.“ Die Tierpsychologin Verena Pick, die ebenfalls am Tag des Hunds mit Vorführungen ihrer Hundeschule „Dogjack24“ teilnimmt, unterstützt die Forderung ihrer Kollegin. Und beide verstehen nicht, warum nach dem Vorfall der Hund eingeschläfert wurde.

Thomas Strauch, Geschäftsführer der das Zollhaus betreibenden Wabe, spricht Richtung Freizeitzentrum Kemnade: „Man sollte sich nach den Vorkommnissen noch einmal gemeinsam einen Kopf machen.“ Thorsten Niehoff, Leiter der „Betriebsstätte“ Kemnader See, hatte gegenüber dieser Zeitung gesagt, ein Schild bringe nichts.

„Auch auf der Hundewiese muss man auf sein Tier achten“

Die beiden Tiertrainerinnen aus Witten sind durchaus der Meinung, dass einige Hundehalter es mit der Sorgfalt beim Freilaufenlassen nicht genau genug nehmen. Pick: „Auch auf der Hundewiese muss man auf sein Tier achten.“ Die idyllische Halbinsel zwischen Wehrkanal und Ruhr mit Bello-Bademöglichkeit zieht Hundehalter aus der Region an. Mehr als die Hälfte der Besucher von „Doggy Island“, wie es in Halterkreisen heißt, komme nicht aus Witten, Kennzeichen aus Castrop und Recklinghausen seien oft zu sehen, so Daniela Braun.

„Viele Herbeder Hundebesitzer meiden die Wiese am Wochenende“, sagt Verena Pick zu den Folgen des „Hundetourismus“. Von dem natürlich das vor fast genau einem Jahr aus dem Dornröschen erweckte Zollhaus profitiert. „Hundebesitzer müssen ja bei jedem Wetter raus“, sagt Thomas Strauch, „das ist hier anders als am Schleusenwärterhaus.“ Im lauschigen Biergarten des Zollhaus gilt übrigens auch am Hunds-Tag Leinenpflicht.

 
 

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