Erbbare Leidenschaft

Helmut Launsbach, Karl-Heinz Demant, Joe-Brig Wojtkowiak, Adrian Koolmees und Rüdiger Kötter an der Teichanlage sind Mitglieder im Aquarien- und Terrarien-Verein Lotos Witten. Der feiert sein 60-jähriges Bestehen. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Helmut Launsbach, Karl-Heinz Demant, Joe-Brig Wojtkowiak, Adrian Koolmees und Rüdiger Kötter an der Teichanlage sind Mitglieder im Aquarien- und Terrarien-Verein Lotos Witten. Der feiert sein 60-jähriges Bestehen. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Witten.  Leidenschaft ist vererbbar: Das glaubt Bruno Chwastek. Denn schon sein Vater war im „Aquarien- und Terrarien-Verein Lotos Witten“. Und sein Sohn ist es auch. Der Verein feiert jetzt 60-jähriges Bestehen.

Und die Leidenschaft, auch das erfahren viele, kennt kaum Grenzen. Denn Chwasteks Sohn übertrumpft gar noch die Aquariengröße seines Vaters. Dem reicht für seine Süßwassergarnelen ein 220-Liter-Becken. Der Nachwuchs braucht für seine ausgefallenen Barsche immerhin eines, das 600 Liter fasst.

„Wir haben auch ein Mitglied, das 20 Becken hat“, weiß er. Und was sich so im Zimmer von Joe-Brig Wojtkowiak tummelt, kann sich gut und gerne Zoo nennen: Fische, Schildkröten, Bartargamen, Geckos, ein Chamäleon, Frösche, Unken, Skorpione, ein Hund, Schlangen - und die Futtermäuse aus eigener Zucht dazu. Nur die Hühner und Kaninchen müssen draußen bleiben.

Der 17-Jährige schätzt die vierzehntägigen Treffen im Verein und den Austausch: „Denn hier kann man viel besprechen, zum Beispiel, wer mit welchem Medikament welche Erfahrung gemacht hat.“ Lange Zeit hatte es keine Mitglieder im Verein gegeben, die Terrarien daheim stehen hatten. Wojtkowiak hat dieses Gebiet des Vereins wieder aufleben lassen. Er ist seit der Geburt Mitglied. Sein Opa Helmut Launsbach (72) ist bereits seit 1963 dabei - also zwei Jahre nach der Gründung über einen Freund dazu gestoßen. Er hält Regenbogenfische in diversen Aquarien. „Hier lernt man Freunde kennen, das ist schön“, sagt er.

Wie viele Mitglieder der Verein zu Beginn hatte, weiß der Vorsitzende Karl-Heinz (Charly) Demant gar nicht. Eines der bekanntesten war der Wittener Bundestagsabgeordnete Herbert Baak. Nachwuchs braucht der Verein dringend: „Vor 25 Jahren gab’s noch 45 Mitglieder, inzwischen sind es nur noch 27“, bedauert Demant. Bei Facebook ist Lotos jetzt dabei - und will sich intensiver um Neuzugänge bemühen. Gerade entsteht ein neuer Internetauftritt. Demant selbst hält exotische kleine, rote Kampffische aus Malaysia, „die es dort wohl gar nicht mehr gibt, weil die Sümpfe trocken gelegt wurden“ - und tauscht Eier beispielsweise mit Liebhabern in Malaysia. Salzwüstenfisch-Eier tauschen Kollegen mit Züchtern in Nord-Amerika - alles streng nach Zuchtbuch.

Im Winter treffen sich die Aquarienfreunde im Hotel Specht, im Sommer an ihrer Teichanlage in der Kleingartenanlage Annen-Süd. Wer Fische im Teich erwartet, täuscht sich, muss sich mit Wasserflöhen und Mückenlarven begnügen. „Die nutzen wir als Lebendfutter für unsere Tiere“, so Demant. Zudem tummeln sich drei Molch-, einige Frosch- und Krötenarten hier. Auch um die Vögel kümmern sich die Mitglieder. „Denn uns geht es um die Natur insgesamt“, sagt Chwastek. Das spiegelt auch das umfangreiche Vortragsprogramm wieder: Um den Fischfang in Uruguay, um Leopardengeckos und Pflanzenaquarien geht es da ebenso wie um Statistik in der Praxis ohne Formeln, Reiseberichte über Malaysia oder die so genannte Fensterbrett-Aquaristik „Nanoaquarien“.

Am heutigen Samstag ab 15 Uhr feiern die Mitglieder das 60-jährige Bestehen ihres Vereins im Gemeinwohlheim am Fliederweg in der Kleingartenanlage an der Dirschauerstraße. Ab 15 Uhr gibt’s Musik, Tombola und Leckeres. Wer sich für Aquarien, Terrarien und die Vereinsarbeit interessiert, ist herzlich willkommen.

Kontakt per E-Mail: Aquarienverein-Lotos-Witten@web.de oder 0171 273 48 37.

 
 

EURE FAVORITEN