Eltern fordern zwei Eingangsklassen

Witten. Obwohl die Anmeldephase für i-Dötzchen des neuen Schuljahres 2011/2012 noch läuft, gibt es in Buchholz schon Probleme.

Einige Familien haben erfahren, dass ihre Kinder nicht wie gewünscht die Buchholzer Grundschule besuchen dürfen. Jetzt wollen sie dagegen vorgehen.

„Ich verstehe nicht, warum wir nicht unsere Wunschschule bekommen haben“, sagt Martin Arnhold, Vater des fünfjährigen Jonas. Als eines von 14 Kindern wurde Jonas nicht an der Grundschule angenommen. Denn dort soll es nur eine einzügige erste Klasse mit 30 Kindern geben. Es hatten sich aber 44 Familien beworben. „Denn schließlich gilt in Witten die freie Schulwahl“, beschwert sich Martin Arnhold.

Warum diese 14 Kinder abgelehnt wurden, kann Schulleiterin Marlene Stolberg-Blennemann zumindest teilweise erklären: „Wenn die Schule von der Stadt die Anweisung bekommt, nur eine einzügige Klasse zu gründen, können wir da auch nichts mehr machen.“ Und es würden immer die Schüler vorrangig behandelt, die am nächsten an der Schule wohnen.

Für Vater Martin Arnhold und elf andere Familien ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Sie haben sich zusammengeschlossen und wollen sich nun direkt an den Schulträger wenden, um eine zweizügige erste Klasse zu erreichen. „Das ginge sogar. Denn die jetzige vierte Klasse ist zweizügig und läuft aus. Also wird ein Lehrer sowie ein Raum frei“, weiß Arnhold. Dass eine zweizügige vierte Klasse ausläuft, bestätigt Schulleiterin Stolberg-Blennemann. Trotzdem ändere das nichts an der Situation. „Die Entscheidung der Zügigkeiten trifft das Schulamt und die Schulverwaltung.“

Siegfried Ebel von der Schulverwaltung hält sich bedeckt. Er sagt nur: „Es wurde nicht die Notwendigkeit einer zweizügigen Klasse gesehen. Denn die nicht angenommen Kinder liegen nicht im Einzugsgebiet der Schule.“

Martin Arnhold versteht dieses Argument nicht. Schließlich sei seine Tochter schon in der dritten Klasse der Buchholzer Schule. „Ich dachte, dass Geschwisterkinder Vorrang haben. Jetzt müssen wir uns kurzfristig noch um eine andere Schule kümmern und wahrscheinlich jeden Tag bis nach Herbede fahren .“

Als stärkstes Argument gegenüber dem Schulträger sehen die Arnholds und die elf anderen Familien die nach ihrer Ansicht enorme Klassenstärke. Ihrer Meinung nach sind zwei Klassen mit je 22 Kindern sinnvoller als eine mit 30. Martin Arnhold: „Das geht gar nicht. Dann muss man sich nicht wundern, dass die Pisastudie so schlecht ausfällt.“