Elf Mädchen wollen Basispass in Pferdekunde erreichen

Sie lernen alles rund ums Pferd: Die Schülerinnen der Hardenstein-Gesamtschule Michelle (v. li.), Aurela, Janina, Janika, Sina und Lena. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Sie lernen alles rund ums Pferd: Die Schülerinnen der Hardenstein-Gesamtschule Michelle (v. li.), Aurela, Janina, Janika, Sina und Lena. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer
Reiten will gelernt sein. Auch alles andere rund ums Ross ist ein Wissensmuss für Pferdenarren. Elf Schülerinnen der Hardenstein-Gesamtschule nehmen seit dem letzten Schuljahr an einer AG auf dem Reithof Venzke in Bommerholz teil. Sie wollen den Basispass in Pferdekunde erreichen.

Witten.. Striegeln, füttern, Hufe auskratzen und vieles mehr müssen Reiter können, um einen sicheren Umgang mit dem Pferd zu gewährleisten. Denn nur auf dem Rücken sitzen und durch die Wälder galoppieren, das ist noch lange nicht alles. Dieser Meinung ist Maren Terbeck vom Reit- und Fahrverein Witten, die die AG auf die Beine gestellt hat, ebenfalls. „In dem Projekt geht es kaum ums Reiten. Die Pflege und der richtige Umgang mit den Tieren muss gelernt sein“, meint die 41-Jährige. Dazu gehört dann auch jede Menge Theorie. Diese versucht sie aber kurz zu halten. „Ganz drumherum kommen wir nicht, denn alleine die Verhaltenslehre und Futterkunde nimmt viel Zeit in Anspruch“, erklärt die Reiterin.

Zur Zeit steht aber Praxis auf dem Plan. In Gummistiefeln, Reithose und mit Helm wandern die Mädchen zur hinter den Ställen liegenden Koppel. Dort wartet Schimmelstute Romina schon auf die Schülerinnen. Freudig begrüßen die Mädchen ihr geliehenes Pferd, das Maren Terbeck gehört. Dann wird das Halfter angelegt und die Stute von der Koppel geführt. Denn die Mädchen sollen zeigen, was sie über das Putzen von Pferden noch wissen. Die 13-jährige Lena schlingt die Führleine des Halfters um eine Eisenstange und bindet einen Knoten, um den Schimmel vor dem Ausreißen zu hindern. „Romina hat manchmal den Drang, sich zu befreien. Da muss der Knoten sitzen“, erklärt die Schülerin. Prompt will die 22-jährige Stute ihr Können als Entfesselungskünstlerin unter Beweis stellen. Gegen den Knoten von Lena kommt sie aber nicht an.

Nun geht es los. Erst mit der kräftigen Wurzelbürste den gröbsten Dreck lösen, dann mit einem Gummistriegel Kreise über das Fell ziehen und zum Schluss dem Tier noch mit weichen Borsten eine Massage verpassen. Das Auskratzen der Hufe sorgt bei Schülerin Janina für leichte Sorgen. Bevor sie an der AG teilnahm, hatte sie kaum mit Pferden zu tun. „Vor so einem Huf habe ich schon Respekt. Wenn der mich im Gesicht trifft, habe ich ein riesiges Problem“, meint die 13-Jährige. Wer den richtigen Umgang mit den Tieren lernt, braucht allerdings keine Angst zu haben. Und Maren Terbeck lässt die Mädchen keine Sekunde aus den Augen.

Jeden Montag für zwei Stunden treffen sich die Schülerinnen auf dem Reithof. Zum ersten Mal bietet die Hardenstein-Gesamtschule in Kooperation mit dem Reit- und Fahrverein Witten die AG an. Maren Terbeck stellt ihre eigenen Pferde zur Verfügung. Durch das Projekt möchte sie Mädchen die Chance geben, den Basispass zu absolvieren. „So können sie auf Reithöfen- und schulen den Pass vorzeigen und der Lehrer weiß, dass sie Vorwissen haben“, erklärt sie.

Für die Mädchen sind die zwei Stunden eine nette Abwechslung vom Schulalltag. Am meisten freuen sie sich auf das Ende der meisten Stunden: Dann dürfen sie in der Halle auf Romina reiten.

 
 

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