Eine Breitseite für die Bücherei

So könnte der Anbau Märkisches Museum / Stadtbücherei aussehen.
So könnte der Anbau Märkisches Museum / Stadtbücherei aussehen.
Foto: WAZ / FotoPool

Witten.  Der Anbauplan für das Märkische Museum ist völlig überarbeitet worden. Er sieht die Erweiterung zugunsten der Stadtbibliothek jetzt an der Längsseite der bisherigen Anbauten vor, nicht mehr dahinter. Das käme auch dem Skulpturenpark zugute.

Entsprechende Pläne stellte Kulturforums-Vorstand Dirk Steimann gestern dem Verwaltungsrat in Haus Witten vor. Der dreigeschossige Anbau umfasst insgesamt 1066 Quadratmeter auf einer Länge von etwa 40 Metern. Dieser Entwurf ersetzt die bisherige Planung, die von einem ebenfalls dreigeschossigen, aber nur 726 Quadratmeter großen quadratischen Anbau zum Park hin ausgegangen war. Dafür allerdings hätten 30 Zentimeter dicke Betonwände geöffnet werden müssen - das ist teuer. Die Baukosten sind auf 2,036 Mio Euro plus maximal 20 Prozent gedeckelt.

Das neue Konzept sieht vor, dass der Haupteingang von Museum und Bibliothek an die Ecke Altbau/bisheriger Anbau verlegt wird. Einer Forderung der Bürgerwerkstatt, die sechs Wechselausstellungsräume zu erhalten, würde damit ebenfalls Rechnung getragen. Die bisherige Fläche des graphischen Kabinetts und die Malschule im Erdgeschoss würden einen Teil der Bücherei aufnehmen. Die Räume des Vereins für Orts- und Heimatkunde würden durch diese Pläne nicht berührt.

Café in den Neubau

Das Café, das bisher unglücklich im Innenraum platziert ist, würde in das Erdgeschoss des Neubaus rücken und sich auch zu einem möglichen Außenbereich zwischen dem bisherigen und dem neuen Anbau hin öffnen, ebenso auch zum Park. Es könnte auch außerhalb der Museumsöffnungszeiten bewirtschaftet werden, ein Parkzugang wäre möglich. Aus dem jetzigen Eingangsbereich könnte eine Informations- oder Ruhearbeitszone werden, wenn der Haupteingang an die Stelle verlegt würde, an der zurzeit Transparente auf neue Ausstellungen aufmerksam machen.

Neben und über dem Café sowie in Teilen des bisherigen hinteren Anbaus ist neben dem Erdgeschoss der Hauptplatz für die 84 000 bis 88 000 Medien, die in der Stadtbibliothek präsentiert werden sollen. Erhalten bleibt auch der Lesegraben, in dem bei schönem Wetter draußen geschmökert werden kann.

Räume für Wechselausstellungen bleiben

Die sechs Wechselausstellungsräume im Obergeschoss bleiben nach diesen Plänen erhalten. Damit hätte das Märkische Museum eine Möglichkeit, die nicht viele Museen haben, nämlich gleichzeitig eine Dauerpräsentation und Wechselausstellungen bieten zu können. Werden diese Baupläne realisiert, wäre in der zweiten Jahreshälfte 2016 mit einer Fertigstellung zu rechnen.

Architekt ist Dipl.-Ing. Oliver Silge vom Architekturbüro „leistungsphase“ aus Nordkirchen, das mit Museumsbauten bereits Erfahrung hat. Die neuen Anbau-Pläne laufen unter „Silge II“.

Das Märkische Museum verfügt über eine Sammlung mit rund 4500 Werken deutscher Malerei und Grafik des 20. Jahrhunderts. Einen Schwerpunkt bildet das deutsche Informel.

 
 

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