Eine Bildungsreise von Bologna nach Berlin

Welche Bedingungen führten vor rund 1000 Jahren in Bologna zur Gründung der ersten europäischen Universität? Welche Eigenschaften zeichneten im 19. Jahrhundert das Universitätsideal Wilhelm von Humboldts aus? Und wie ist es gegenwärtig um die Universität bestellt? Philip Kovce widmet sich diesen Fragen in seinem jüngsten Buch über die Geschichte der Universität: „Von Bologna nach Berlin und wieder zurück. Über die Verfassung der Universität. Eine Bildungsreise“.

Kovce studierte an der Uni Witten/Herdecke (UW/H) Business Economics sowie Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis studierte. Derzeit forscht er am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Philosophie. „Wer in Witten studiert, der erfährt auf besondere Weise, dass die Hochschule ein Ort ist, der nicht bloß verwaltet, sondern gestaltet werden will“, so Kovce. Er habe verstehen wollen, „wie sich Wünsche und Erwartungen gegenüber der Uni veränderten und welchen Einfluss die humanistischen Gedanken Wilhelm von Humboldts auf diese Entwicklung nahmen“.

Doch nicht nur der Vergangenheit widmet sich Kovces neues Buch, das sich an seine wirtschaftswissenschaftliche Bachelorarbeit anlehnt. Er untersucht zugleich Gegenwart und Zukunft von Massen-, Elite- und virtuellen Universitäten, außerdem unterschiedliche universitäre Eigentums- und Finanzierungsmodelle. „Unabhängigkeit und Freiheit, die Voraussetzung für das Gedeihen einer Universität, sind andauernd umkämpft. Denn nicht immer versteht die Gesellschaft darunter das Gleiche wie die Universität selbst.“

Die UW/H sei, schließt Kovce, „aus der Intention heraus entstanden, für freie Geister ein neues Zuhause und für die Gesellschaft einen Ort freier Geister zu gründen“. Dass sein Buch auf den Tag genau 33 Jahre nach der feierlichen Eröffnung der ersten Universität Deutschlands in privater Trägerschaft erscheint, bezeichnet er als „günstige Fügung“.

 
 

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