Einbrüche sind in Witten an der Tagesordnung

Oft kommen sie in der Dunkelheit: Einbrecher. Auch im gesamten Wittener Stadtgebiet sind sie aktiv.
Oft kommen sie in der Dunkelheit: Einbrecher. Auch im gesamten Wittener Stadtgebiet sind sie aktiv.
Foto: dpa

Witten..  Es war ein schummriger Herbstabend wie dieser. Die Wittener Seniorin hatte mit Freundinnen eine Aufführung im Saalbau besucht. Aber das wirkliche Theater begann erst danach:

Geschockt stellte sie fest, dass Einbrecher ihre Erdgeschosswohnung heimgesucht hatten. Alles war durchwühlt, auch der Familienschmuck war futsch.

Einige Jahre ist der Vorfall inzwischen her. „Aber wirklich sicher fühlt man sich danach nie mehr“, meint die heute 75-Jährige. Obwohl sie inzwischen aufgerüstet hat: mit speziell gesicherten Fenstern und Türen, elektrischen Rollos und Lichtschranke zur Terrasse hin. Besonders das Gefühl, dass sich Unbekannte rücksichtslos durch ihre privatesten Sachen gewühlt hätten, bereite ihr bis heute Schauer, erzählt die Wittenerin.

Ihre bittere Erfahrung ist wahrlich kein Einzelfall: In ganz Nordrhein-Westfalen sind die Einbruchszahlen in den letzten fünf Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen. Ebenso ernüchternd sind die relativ geringen Aufklärungsquoten.

Auch Witten macht da keine Ausnahme: Im vergangenen Jahr gab es in dieser Stadt 383 Wohnungseinbrüche, davon wurden 113 im Versuchsstadium abgebrochen. Die Aufklärungsquote lag bei rund 21 Prozent. Das heißt, gerade mal etwa jede fünfte dieser Straftaten wurde aufgeklärt. Und rein statistisch fand im vorigen Jahr mindestens ein Einbruch oder ein solcher Versuch im Wittener Stadtgebiet statt. Im gesamten wohlgemerkt, denn diese Straftaten sind nicht auf einzelne Stadtteile beschränkt, sondern verteilen sich über ganz Witten, egal ob eher dicht besiedelt wie die City und Annen oder aber ländlich wie die Hölzer. Auch Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser traf es gleichermaßen.

Da ist es für die Betroffenen wenig tröstlich, dass es von der Pressestelle der Bochumer Polizei, die auch für Witten und Herne zuständig ist, heißt, dass in diesem Drei-Städte-Vergleich die Zahl der Wohnungseinbrüche in Witten am niedrigsten sei. Gerade Banden von außerhalb nutzten die guten Autobahnanbindungen der Revierstädte, um schnell zuzuschlagen und rasant wieder zu verschwinden.

Auch die Vergleichszahlen 2012/2013 geben wenig Hoffnung, dass sich an der Situation in nächster Zeit Entscheidendes verbessert: Wurden im ersten Halbjahr 2012 von der Polizei 216 Wohnungseinbrüche bzw. Versuche in Witten registriert (Aufklärung: 7.87 Prozent), so waren es im ersten Halbjahr 2013 genau 218 Taten (Aufklärung: 3,21 Prozent).

Gerade bei Diebesbanden von außerhalb lautet daher das bittere Fazit: Wenn der Einbruch bei der Polizei gemeldet wird, sind die Täter längst über alle Berge.

 
 

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