Ein goldenes Dankeschön

Regine Roeck und Hanna Dziuba (v.l.) wünschen sich, dass die Ehrenamtskarte viele neue Unterstützer findet.
Regine Roeck und Hanna Dziuba (v.l.) wünschen sich, dass die Ehrenamtskarte viele neue Unterstützer findet.
Foto: WAZ
Wer ehrenamtlich arbeitet, kann eine Karte beantragen, die Rabatte und Vergünstigungen in ganz NRW bietet. Unterstützerkreis soll weiter wachsen.

Witten.  Wenn sich die Politik mal bei den Bürgern bedankt, ist das schon etwas Besonderes. Das Dankeschön kommt im goldenen Scheckkartenformat daher und bietet Vergünstigungen in der eigenen Stadt und vielen anderen Kommunen NRWs. Da gibt der Bastelshop zehn Prozent Rabatt auf alle Artikel, das Suppenstübchen verkauft seine Suppen 50 Cent günstiger und das Nagelstudio nimmt montags 20 Prozent weniger für die Maniküre. Einzige Voraussetzung, um in den Genuss der goldenen Karte zu kommen: ein Ehrenamt, ausgeübt seit zwei Jahren, mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr.

Am 23. September 2010 vereinbarte die Stadt Witten mit dem Land die Einführung der Ehrenamtskarte, die es in NRW bereits seit 2008 gab. Ladeninhaber, Vereine, die Vhs und das Stadtmarketing wurden Kooperationspartner.

538 Karten am ersten Ausstellungstag

Erster offizieller Ausgabetag sei der 28. Februar 2011 gewesen, erzählt Regine Roeck, die beim Amt für Wohnen und Soziales mit der Koordination rund um die Karte betraut ist. 538 Karten wurden damals ausgegeben – Ehrenamtliche gebe es in Witten allerdings wesentlich mehr, sagt Hanna Dziuba von Fokus, der Freiwilligenagentur der Caritas. Wer die Karte haben möchte, wird in der Regel bei ihr vorstellig. „Ich bin stolz darauf, dass wir da mitmachen“, sagt Dziuba. Sie berät pro Jahr etwa 70 Menschen, die sich für ehrenamtliche Tätigkeiten interessieren. „Viele haben Bammel, wenn es vom Berufsleben in Richtung Ruhestand geht“, sagt sie. „Sie möchten dann etwas finden, wo sie sich auch nach dem Beruf zugehörig fühlen – das wäre mir persönlich auch wichtig.“

Die Ehrenamtler würden durch die Karte zum einen persönlich profitieren, zum anderen aber auch von offizieller Seite Anerkennung erfahren, sagt Regine Roeck. Für Horst Ilsen und Bernd Brakemeier, die regelmäßig als ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer im Einsatz sind, hat die Karte bisher eher symbolischen Wert, als Zeichen der Wertschätzung.

Karte noch nie genutzt

Horst Ilsen hat einmal vergünstigt im Ratskeller gegessen, „aber die machen ja leider nicht mehr mit“. Bernd Brakemeier hat seine Karte noch nie benutzt – „irgendwie hat sich das nicht ergeben“, sagt er. Beide meinen, dass man das Angebot ausbauen sollte, „um für andere Freiwillige einen Anreiz zu schaffen“.

„Ausbauen“ ist auch Regine Roecks Stichwort: Bisher sind für die landesweit gültige Karte insgesamt zwar 2873 Vergünstigungen verzeichnet, aber nur 17 davon in Witten. „Dabei ist es gut fürs Image, das Ehrenamt zu unterstützen“, sagt Roeck, „und die Kooperationspartner können die Karte als Marketinginstrument und zur Kundenbindung einsetzen“. Denn sie bestimmen selbst, wann und wie ihre Vergünstigung wirken soll. Und Angst, dass die „Schnäppchenjäger“ dann ständig auf der Matte stehen würden, müsse niemand haben, sagt Hanna Dziuba, „denn das entspricht gar nicht dem Typ des Ehrenamtlichen“.

 
 

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