Ein Fest zum Bummeln und Tummeln

Gute Stimmung trotz Regenschauern: Besucher beim Wiesenviertelfest
Gute Stimmung trotz Regenschauern: Besucher beim Wiesenviertelfest
Foto: Funke Foto Services
Das Wiesenviertel lud wieder zum großen Stelldichein. Bei der Mitmach-Kunstaktion von Antoon Versteegde entstanden riesige Bambus-Gebilde.

Witten..  Vor der Stadtgalerie erheben sich riesige Vielecke aus Bambusstäben. Eifrig bauen mehrere Leute an den diamantenförmigen Gebilden, binden zügig immer neue Stäbe aneinander. Das Kunstprojekt von Antoon Versteegde, bei dem Menschen zusammen eine eigene Welt gestalten können, ist ungewöhnlicher Teil des „Wiesenviertelfestes“, das am Samstag in und um die Steinstraße herum stattfand.

Das fünfte Fest unter dem Motto „Tummeln, feiern, Stadt gestalten“ will die Besucher dazu anhalten, sich aktiv mit der eigenen Stadt und ihrer Gestaltung auseinanderzusetzen. „Es ist toll, so etwas Großes in so kurzer Zeit gemeinsam zu erschaffen“, schwärmt Bella (22). Die Studentin der Philosophie und Kulturreflexion hat sich der Kunstaktion ganz spontan angeschlossen.

Kultur und Projekte

Als sich am frühen Nachmittag die Sonne doch endlich mal ihren Weg durch die Wolken bricht, nutzen viele das vom Stellwerk organisierte Fest aber vor allem zum Entspannen. Am „Tummelmarkt“ räkeln sich die Besucher auf Stühlen und Bänken des „Open.Air-Wohnzimmers“ bei Bier und Snacks. So auch Jule (23), Ina (26) und Ahmad (22). Die drei sind Studenten der Uni Witten/Herdecke und finden ihr erstes Wiesenviertelfest super: „Es gibt wirklich viel zu entdecken. Die Mischung aus Kultur und Initiativprojekten ist klasse“, sagt Ahmad. „Und das Essen ist toll – wann gibt es in Witten schon mal so eine große Auswahl an internationalen Speisen?“, ergänzt Jule. Vor ihr steht eine leere Schale: „Das war was Afrikanisches, super lecker!“ Ein bisschen geshoppt haben die drei auch schon. Auf dem Tummelmarkt reiht sich unter dekorativen Ketten aus Regen- und alten Lampenschirmen Stand an Stand. Klamotten, Schmuck und Geschirr gibt es hier zu kaufen. Vor allem Ina hat zugeschlagen: „Die haben echt schöne Sachen und das meiste ist handgemacht.“

Mehr als nur Kinderschminken

Am anderen Ende der Steinstraße freut sich Julian (9) über einen Bogen, den er selbst gefertigt hat. Das Bethaus im Muttental bietet heute für die kleinen Gäste Schmiede-Workshops an. Fröhlich posiert der Grundschüler mit seinem Metallbogen vor der Kamera seiner Mutter Jana Berndt. Die wiederum freut sich darüber, dass es so viele kreative Angebote für die Kleinen gibt: „Mal mehr als nur Kinderschminken.“ Wobei auch das hier natürlich nicht fehlen darf.

Kreative Erwachsene können derweil am Stand der „Bauhütte Witten“ eigene Holzhocker bauen. „Bisher haben sich erst zwei Leute getraut“, sagt Klaus Grewe, der zusammen mit seinem Kollegen Lars Stucka die Besucher beim Hockerbau anleitet. Aber er ist zuversichtlich, dass sich im Laufe des Tages noch ein paar Willige finden werden. Bis dahin bauen die beiden schon mal selber einen Schemel auf. Akribisch zeichnet Stucka die Flächen aufs Holz und bohrt ein paar Löcher. Die Zuversicht der beiden ist durchaus gerechtfertigt – der Besucherandrang im Kreativquartier ist, wie schon in den Vorjahren, wieder sehr groß.

 

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