Ehrenpreis geht an Roland Kaiser

Jürgen Augstein
Den Ehrenpreis der Solidarfonds-Stiftung  NRW überreichte Arbeitsminister Guntram Schneider (links) Schlagerstar Roland Kaiser im Saalbau. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Den Ehrenpreis der Solidarfonds-Stiftung NRW überreichte Arbeitsminister Guntram Schneider (links) Schlagerstar Roland Kaiser im Saalbau. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten. Der Schlagersänger Roland Kaiser („Santa Maria“) hat in Witten den Ehrenpreis der Solidarfonds-Stiftung NRW erhalten.

Damit würdigte die seit über 20 Jahren tätige Stiftung Kaisers Engagement für Arbeitslose. Kaiser, der über 90 Mio Tonträger verkauft hat, habe sich nicht auf seinem Ruhm ausgenutzt. Vielmehr habe er ihn genutzt, um sich für soziale Projekte zu engagieren, sagte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider in seiner Laudatio. Seit 2001 steht der Schlagerkönig im Dienst der guten Sache. Er habe sich das Leitmotiv der Stiftung zueigen gemacht, Menschen zu helfen, so Schneider. Zu den Projekten, die Kaiser unterstützte, zählen Ausbildungspatenschaften und ein Arbeitslosenzentrum in Sachsen. Er habe sich für dieses Land verdient gemacht, sagte Schneider. Das Publikum zollte Kaiser stehend lang anhaltenden Applaus.

Der Preis sei nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine Verpflichtung, in seinem Engagement nicht nachzulassen, antwortete der Schlagerstar. Er dankte dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes, dem Wittener Michael Kohlmann, für dessen Vertrauen. Der Solidarfonds habe eine gesellschaftspolitische Bedeutung in Gegenwart und Zukunft, sagte Kaiser in einer sehr politischen Rede. „Es geht um die Perspektiven für eine humane Arbeitsgesellschaft.“ Damit habe die Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse nichts zu tun, kritisierte der zuletzt schwerkranke Schlagerkönig.

Prominente Gäste

Die Politik fördere diese prekären Arbeitsverhältnisse, sagte Kaiser in Anwesenheit zahlreicher Prominenter, darunter Schlagerkollegen wie Jürgen Drews, Olaf Henning, Ireen Sheer und Volksmusikstar Patrick Lindner, Schalkes Ex-Manager Rudi Asshauer und die bekannten Stratmann-Brüder Ludger und Christian. Bürgermeisterin Sonja Leidemann und CDU-Fraktionschef Klaus Noske saßen ebenfalls im Publikum. Related content

Sie spendeten viel Applaus, als Kaiser sagte: „Man muss von seiner Arbeit leben können.“ Es dürfe nicht Arbeit für jeden Preis geben. Die Menschen seien keine Ware. Kaiser: „Der Wert menschlicher Arbeit gründet sich in der Würde der Person.“ Millionenfache Niedriglöhne verletzten den Wert menschlicher Arbeit und Würde. An dieser Stelle dankte er erneut dem Wittener Michael Kohlmann, einem der Väter der Solidarfonds-Stiftung NRW. Er habe die Würde der Menschen stets in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt. Kaiser: „Eigentlich solltest du hier oben stehen.“

Bürgerschaftliches Engagement

Mit den Beschäftigungsförderpreisen der Stiftung wurden Schlagersängerin Ireen Sheer als erste Frau überhaupt in 20 Jahren Solidarfonds und die Velberter BLF-Unternehmensgruppe ausgezeichnet. Sheer nannte die Stiftung eine “fantastische Organisation“. Roland Kaiser, „ein lieber Freund“, habe sie vor neun Jahren gebeten, zu helfen. Ireen Sheer sei längst zu einer festen Größe für die Solidarfonds-Stiftung NRW geworden, sagte Volksmusikstar Patrick Lindner in seiner Laudatio.

Die Lobrede auf die Velberter BLF-Unternehmensgruppe hielt Kabarettist Ludger Stratmann. Die beiden Geschäftsführer fühlten sich dem Leitwort der Stiftung verpflichtet, Menschen zu helfen. Stratmann erinnerte an ihr Engagement für den Solidarfonds-Truck, der 73 Tafeln in ganz NRW angesteuert und mit Spenden im Wert von 120 000 Euro versorgt hat.

Die Solidarfonds-Stiftung sei beispielhaft für bürgerschaftliches Engagement, gerade bei Bildung und Ausbildung, erklärte Arbeitsminister Guntram Schneider. Es gehe nicht darum, eine „Caritas für alle“ zu sein, sondern denjenigen Chancen zu eröffnen, „die es bitternötig haben, damit sie ihren selbstständigen Weg gehen können“.