Dolmetscherpool für Wittener Flüchtlinge geplant

Brüten über der Phasenplanung: (v. li.) Lale Arslanbenzer (Integrationszentrum), Hülya Dagdas (Jobcenter), Lilo Dannert (Help-Kiosk), Claudia Formann (Integrationsbeauftragte).
Brüten über der Phasenplanung: (v. li.) Lale Arslanbenzer (Integrationszentrum), Hülya Dagdas (Jobcenter), Lilo Dannert (Help-Kiosk), Claudia Formann (Integrationsbeauftragte).
Foto: Funke Foto Services
Zu ersten großen Wittener Flüchtlingskonferenz trafen sich Vertreter von Vereinen und Verbänden sowie Politiker im Ardey-Hotel.

Witten.  „Dolmetscher sind wichtig für die Flüchtlinge, die aus den verschiedenen Ländern zu uns kommen. Wir brauchen gleich eine ganze Reihe solcher Übersetzer“, stellt Integrationsbeauftragte Claudia Formann fest. Die Forderung nach einem solchen „Dolmetscherpool“, der an der Stabsstelle für Integration bei der Stadt „angedockt“ werden soll, war aber nur eine von vielen Erkenntnissen der Flüchtlingskonferenz im Ardey-Hotel.

Dort, im Hotel neben dem Marien-Hospital, haben sich, wie bereits berichtet, am Wochenende 68 Konferenz-Teilnehmer getroffen. Vertreter aus verschiedenen Vereinen und Verbänden sowie Politiker, die sich mit der Aufnahme und der Integration von Flüchtlingen in Witten beschäftigen: von der Caritas über verschiedene Service-Clubs wie die Rotarier, Lions oder Soroptimisten bis hin zum Jobcenter, der Volkshochschule und dem Help-Kiosk. Ausgerichtet und geleitet wurde die Veranstaltung von der Stabsstelle für Integration. Es war die erste Konferenz dieser Art in diesem Umfang.

„Es ist gut, dass sich hier so viele Leute aus den unterschiedlichen Initiativen getroffen und kennengelernt haben. So weiß man, wen man bei der Hilfe für die Flüchtlinge alles ansprechen kann“, hat beispielsweise Christel Humme vom Lionsclub Rebecca Hanf festgestellt. „Es gibt viel Potenzial. Es sollte aber konzentrierter genutzt und nachhaltiger koordiniert werden“, so die SPD-Politikerin.

WhatsApp-Gruppe zur Koordinierung der Flüchtlingshelfer

„Koordination“ ist überhaupt eines der Schlüsselworte, das bei den Konferenzbeteiligten immer wieder fiel. „Es gibt schon Leute, die sich konzentrierter um einzelne Flüchtlinge oder Familien kümmern. Aber wir möchten solche Patenschaften noch intensivieren und besser koordinieren,“ meint Claudia Formann. Eine „bessere Vernetzung“ fodert auch Stefan Borggraefe von den Piraten ein. Er regt eine WhatsApp-Gruppe an, „um Flüchtlingshelfer besser zu koordinieren“.

„Und das Deutsche Rote Kreuz möchte gerne die ehrenamtlichen Helfer koordinieren, nicht nur in der Jahnhalle“, erzählt die städtische Integrationsbeauftragte. Die Jahnhallen-Flüchtlinge waren aber nicht das Thema dieser Konferenz, „weil wir uns um jene Flüchtlinge kümmern, die in Witten bleiben“, so Formann. Zum 1. Dezember kommt eine neue Kollegin zur Stabsstelle Integration: Andrea Pfeiffer, die derzeit noch beim Jobcenter arbeitet. Sie wird dann die Ansprechpartnerin für die Vereine sein, nicht aber für die ehrenamtlichen Helfer.

Ergebnisse werden im ehemaligen Café Leye der Öffentlichkeit vorgestellt

Als Diskussionsgrundlage für die Konferenz hatte Claudia Formann das Flüchtlingsthema in vier Phasen aufgeteilt: Von der Ankunft der Hilfsbedürftigen bis zu ihrer ersten eigenen Wohnung. „So konnten wir sehen, in welcher Phase schon etwas passiert ist und in welcher bisher zu wenig“, erklärt die Integrationsbeauftragte das Modell, um dem Thema Struktur zu geben. Das reicht von der Sachmittelversorgung durch den Help-Kiosk bis zu Sprachkursen der Vhs.

Beim nächsten Treffen des Wittener Internationalen Netzwerks (WIN) am Donnerstag, den 3. Dezember, um 17 Uhr im ehemaligen Café Leye auf der Bahnhofstraße 13 werden die Ergebnisse und der Vier-Phasen-Plan der Flüchtlingskonferenz nochmal vorgestellt. Das WIN-Treffen ist für alle Wittener Bürger zugänglich.

 
 

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