Die Basis weiß schon, wer Bundeskanzler wird

Der SPD-Ortsverband Rüdinghausen-Schnee begeht den Jahresausklang mit Kartoffelsalat, Würstchen und Pils.
Der SPD-Ortsverband Rüdinghausen-Schnee begeht den Jahresausklang mit Kartoffelsalat, Würstchen und Pils.
Foto: WAZ FotoPool
Auch wenn Peer Steinbrück ins Gerede kam - bei der Parteibasis in Witten kommt der SPD-Kanzlerkandidat gut weg. Wir schauten bei der Jahresabschlussfeier des Ortsverbands Rüdinghausen-Schnee vorbei.

Obwohl Peer Steinbrück immer wieder ins Gerede gekommen ist, zuletzt erst wegen einer Flasche Pinot Grigio, die er nicht für unter fünf Euro kaufen würde - bei der Wittener Basis kommt der SPD-Kanzlerkandidat offenbar an. Oder ist das nur das Pfeifen im Walde? Wir fragten nach bei der Jahresabschlussfeier des Ortsvereins Rüdinghausen-Schnee. Der traf sich übrigens nicht bei Weißwein, sondern bei Pils, Cola, Würstchen und Kartoffelsalat.

„Als Wirtschaftswissenschaftler kennt sich Peer Steinbrück im Gegensatz zu Angela Merkel mit der Materie aus und kann die Lage besser beurteilen“, meint Manfred Höwing (59). „Er ist sicherlich der beste Kandidat.“

Lieber mit Ecken und Kanten

„Peer Steinbrück ist sehr authentisch und verbiegt sich nicht. Als Ex-Finanzminister ist er der richtige Mann für die Eurokrise“, ist Ratsfrau Annegret Skubich (57) überzeugt. „Er wird auch die Entscheidung, die Rente mit 67 einzuführen, korrigieren und zurücknehmen.“

„Wirtschaft ist das wichtigste Wahlthema und deshalb ist Peer Steinbrück genau der Richtige“, glaubt auch Ortsvereinsvorsitzender Robert Beckmann (29). „Trotz der Diskussion um seine Nebenverdienste hat er sich den Sinn für Gerechtigkeit erhalten“, erklärt der Jurastudent.

„Er ist glaubwürdig und ist unser bester Kandidat. Außerdem ist er Finanzfachmann, das ist seine Stärke. So ein Politiker wie Peer Steinbrück, ein Mann mit Ecken und Kanten, ist mir lieber als ein stromlinienförmiger Kandidat“, betont Ortsvereinsmitglied und Bundestagskandidat Ralf Kapschack (57), der kürzlich selbst mit weiter über 90 Prozent aufs Kandidatenschild gehoben wurde.

Steinbrück, ist der ehemalige WDR-Journalist überzeugt, „wird die Rentenreform aussetzen, den gesetzlichen Mindestlohn einführen und sich auch mit den Minijobs und der Leiharbeit befassen“.

Die sozialdemokratische Parteibasis ist sich einig, dass soziale Themen den Bundestagswahlkampf beherrschen werden. Genau deshalb könne die SPD mit dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück punkten.

„Die Diskussion um seine Nebeneinkünfte ist bei der Wahl im nächsten Jahr Schnee von gestern“, hofft Kapschack. „Peer Steinbrück hat im Gegensatz zu den Abgeordneten von CDU und FDP Ross und Reiter genannt und kein Geheimnis um seine Nebenverdienste gemacht. Wer neidisch auf seine Honorare ist, dem kann ich nur sagen: Josef Ackermann würde über die Höhe der Rednerhonorare lachen“, erklärt Manfred Höwing. Diese Offenheit würde dem SPD-Kanzlerkanidaten nicht schaden, sondern nur nützen, glaubt der Genosse.

„Er genießt nicht nur bei Parteifreunden, sondern weit darüber hinaus und auch in meinem Bekanntenkreis viel Zustimmung“, meint Annegret Skubich. „Viele Bürger mögen Peer Steinbrück. Er ist definitiv der richtige Kandidat, um gegen Angela Merkel anzutreten.“

In Rüdinghausen-Schnee ist man sicher, dass der neue Bundeskanzler Peer Steinbrück heißt. Doch bis zur Bundestagswahl ist es noch eine ganze Weile - und da kann noch einiges passieren.

 
 

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