DEW schließt Kooperation mit DRK

DRK-Vorstand Thomas Voß (li.) und DEW-Arbeitsdirektor Burkhard Hartmann unterzeichnen den Vertrag.l
DRK-Vorstand Thomas Voß (li.) und DEW-Arbeitsdirektor Burkhard Hartmann unterzeichnen den Vertrag.l
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Edelstahlwerk baut sein Gesundheitsmanagement aus. Rotes Kreuz leistet „Erste Hilfe“, wenn Werksangehörige plötzlich mit einem Pflegefall zu tun haben.

Ein Kooperationsvertrag zum beiderseitigen Nutzen besiegelten am Donnerstag die Deutschen Edelstahlwerke und das Deutsche Rote Kreuz Witten ganz feierlich mit einer Unterschrift.

Das Rote Kreuz ist schon bisher eng mit Wittener Werk und seinen 1800 Mitarbeitern verbunden. Es bietet dort die von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Erste-Hilfe-Kurse an und bittet beim regelmäßigen Blutspendetermin auf dem Werksgelände zum Aderlass.

Das neue Angebot ist eine Art „Erste Hilfe im Pflegefall“. Wird der Angehörige eines Werksmitarbeiters zum Pflegefall, sichert das Rote Kreuz dem DEW-ler innerhalb von 24 Stunden ein Beratungsgespräch durch eine qualifizierte DRK-Pflegefachkraft zu Hause zu. Die Beratung ist für den Mitarbeiter kostenlos. Sie ermittelt den Pflegebedarf, informiert über Leistungen der Pflegeversicherung und Anträge. Wenn erforderlich übernimmt das DRK umgehend selbst den Pflegedienst. DRK-Vorstand Thomas Voß betonte ausdrücklich, dass auf Wunsch selbstverständlich auch an andere Dienstleister vermittelt werde.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Das Durchschnittsalter der DEW-Mitarbeiter liegt bei 45 Jahren. Während man früher beim Thema „Vereinbarkeit von Beruf in Familie“ in erster Linie an die Kleinkinderbetreuung gedacht habe, so Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ralf Peine, rücke nun das Thema „Beruf und Pflege“ in den Fokus. Der Bedarf an Unterstützung werde hier „dramatisch zunehmen“. Auch bisher habe DEW schon Mitarbeiter bei privaten Sorgen – wo möglich – aus dem Conti-Schicht-System genommen oder über Arbeitszeitkonten freigestellt.

Thomas Wendehals ist von einer Tochter des Salzgitter-Konzerns zu DEW gekommen, um hier das betriebliche Gesundheitsmanagement weiter ausbauen. Er stellte klar, dass es das ureigene Interesse von DEW ist, die Mitarbeiter im Pflegefall zu unterstützen: „Der Großteil hier sind keine Schreibtischtäter. Wer bisher keinen Kontakt zur Pflegebürokratie hatte, ist im Ernstfall schnell überfordert.“ Eine private Belastung könne zu Ausfallzeiten und Produktionsverlusten führen oder sogar die Arbeitssicherheit gefährden. Wendehals: „Die Situation kann den Mitarbeiter eventuell auch selbst krank machen und ihn schlimmstenfalls auf den Gedanken bringen, die Firma ganz zu verlassen.“

Wolfgang Peters, Leiter Arbeitsschutz und Werkssicherheit bei DEW, nennt die Vereinbarung mit dem DRK „ein weiteres Puzzlestück“ im einheitlichen Gesundheitsmanagement. Andere Puzzlestücke sind zum Beispiel der regelmäßige Gesundheitsberichte auf den Belegschaftsversammlungen oder die anonymisierte Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Mitarbeiter.

 

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