Der dramatische, heitere und heroische Beethoven

Beim Studium des Programmzettels hatten sich die zahlreichen Besucher am Samstagabend im Saalbau auf einen Abend nur mit Musik von Ludwig van Beethoven (1770-1827) eingestellt. Keiner konnte ahnen, dass der erst 17-jährige Pianist Jun-Ho Gabriel Yeo diesen Rahmen mit einem außergewöhnlichen zusätzlichen Programmpunkt bereichern würde.

Die „Französische Kammerphilharmonie“, ein Projektorchester aus hochqualifizierten Musikprofis, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Wiener Klassiker Beethoven in seinen unterschiedlichen, oft gegensätzlichen kompositorischen Ausdrucksmöglichkeiten zu präsentieren. Daher hatten alle drei aufgeführten Werke einen unterschiedlichen Charakter. Sie waren dramatisch, heiter und heroisch.

Die eingangs gespielte „Coriolan Ouvertüre“ zeichnet das unruhige Leben eines Despoten nach, seine Willkür, seine Gefühlsausbrüche, seine Unruhe und schließlich seinen Selbstmord. Diese dramatische Musik Beethovens wurde vom Orchester eindrucksvoll wiedergegeben.

Katzenhafte Geschmeidigkeit

Überhaupt fiel die „Französische Kammerphilharmonie“ durch ihre außergewöhnliche Präzision auf, zu der sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auch noch kontrollierte Musizierfreude gesellte. Dirigent Philip van Buren, dessen dirigiertes Repertoire mehr als 70 Opern und ein Vielfaches an sinfonischen Werken umfasst, führte seine Musiker sicher durch komplizierte Rhythmen und schwierige Läufe in den tiefen Streichern.

Im großen Kontrast dazu erklang das heiter verspielte, teils auch nachdenklich klingende Klavierkonzert Nr. 1. Den Solistenpart hatte mit Jun-Ho Gabriel Yeo ein hochtalentierter Nachwuchsmusiker übernommen. Mit wunderbarer Technik und katzenhafter Geschmeidigkeit meisterte er virtuose Passagen kristallklar und mühelos. Für den großen Applaus bedankte er sich mit einer Zugabe, die das Programm um einen vollen Titel erweiterte: eine Klavierfassung der „Rhapsody in Blue“ von Georg Gershwin. Die unglaubliche Tastenakrobatik des Pianisten, verbunden mit amerikanischem Flair, verzauberte die Zuhörer.

Mit der Napoleon gewidmeten Symphonie Nr. 3, der „Eroica“, ein heroisches Werk mit strahlendem Schluss. ging ein eindrucksvoller Konzertabend zu Ende.

 
 

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