Das Ufo verlässt seinen Platz am Wittener Wasserwerk

Hier stand das Ufo: Mitarbeiter einer Wittener Schlosserei und des Münchener Museums beim Abbau.
Hier stand das Ufo: Mitarbeiter einer Wittener Schlosserei und des Münchener Museums beim Abbau.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Futuro-Haus des Wittener Künstlers Charles Wilp, das lange am Wasserwerk stand, landet demnächst in der Pinakothek der Moderne in München.

Witten..  Fast sechs Jahre stand das Ufo auf dem Gelände des Wasserwerks an der Ruhrstraße. Jetzt ist das Futuro-Haus des in Witten geborenen und aufgewachsenen Weltraumkünstlers Charles Wilp weg. In Zukunft wird es auf einem Freigelände in München stehen: „Die Neue Sammlung – The Design Museum“, eines von vier staatlichen Häusern, die zur Pinakothek der Moderne gehören, hat es dem Förderverein „Charles Wilp Modul“ abgekauft.

Seit drei Tagen arbeiten eine Menge Leute daran, das Ufo, das einst komplett in Witten gelandet und mit einem Riesenkran auf das Gelände gehievt worden war, abzubauen. Knapp 1000 inzwischen verrostete Eisenschrauben müssen gelöst werden. In einem Spezialwerk in Halle soll es von Grund auf renoviert werden, bevor es in etwa einem Jahr auf dem Freigelände des Museums in München zu neuen Ehren kommt. „Ich bin höchst glücklich“, sagt Wilp-Witwe Ingrid Schmidt-Winkeler. „Es tat mir so leid um das Haus, das zusehends verkam.“

Es bestünden langjährige Verbindungen zur Pinakothek der Moderne. „Sie hat schon viele Arbeiten meines Manns angekauft. So schloss sich der Kreis.“ Über die Summe schweigt die Düsseldorferin und verrät nur, „dass sie viele Stellen hat“. Schließlich gebe es nur noch wenige dieser Futuro-Häuser. Mit dem Geld könne der Verein, der neue Mitglieder zu verzeichnen hat, Projekte verwirklichen. „Es bleibt alles beim Alten“, sagt Ingrid Schmidt-Winkeler. So wird es weitere Wilp-Ausstellungen geben, aktuell ist eine in Andernach zu sehen. Auch das Guggenheim-Museum in New York habe kürzlich Werke ihres Mannes gezeigt. Einige Exponate lagern nach wie vor im Pumpenhaus an der Ruhrbrücke, das einst in ein Museum umgebaut werden sollte.

Dass aus all den Plänen nichts wird, ist schon lange klar. Der Aufsichtsrat des Wasserwerks hatte sich gegen eine Umwidmung des Geländes zur „musealen Nutzung“ ausgesprochen. Die Fronten zwischen Politik und Wilp-Vertretern waren verhärtet. Letztlich hatte Ingrid Schmidt-Winkeler die Geduld verloren. „Es war nie der Plan, ein Wilp-Mausoleum zu errichten.“

Enorme Relevanz für Neue Sammlung

Erik Böhmer, der Mitte letzten Jahres vom Vorsitz des Vereins zurückgetreten war, sieht den Verlust des Ufos für Witten inzwischen einigermaßen gelassen: „Ich habe damit abgeschlossen. Es ist gut, dass es in andere Hände kommt, die etwas damit anfangen können.“

„Charles Wilp ist die Ikone für Space Age Design der späten 60er Jahre. Das Ufo hat für die neue Sammlung eine enorme Relevanz“, sagt Tim Bechthold, Leiter der Restaurierung. An diesem Donnerstag verlässt das Futuro die Ruhrstadt auf einem Sattelschlepper.

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