Das besondere Bild bleibt beliebt

Eine Arbeit von Dorett Dornbusch: Eine Kundin ließ sich in dem Stockumer Fotostudio erst anmalen - und dann fotografieren.
Eine Arbeit von Dorett Dornbusch: Eine Kundin ließ sich in dem Stockumer Fotostudio erst anmalen - und dann fotografieren.
Foto: privat
Fotografie-Meisterin Dorett Dornbusch sucht stets ungewöhnliche Motive

Witten..  Wie oft hört Sie den Satz „Ich bin doch gar nicht fotogen“? Dorett Dornbusch lacht - eigentlich immer. Seit 2011 führt die 35-Jährige eines von bald zehn Wittener Fotostudios. In Stockum bietet die frisch gebackene Meisterin auch skurrile Shootings an - wie etwa Bodypainting.

Zurück zur Ausgangsfrage: Gibt es unfotogene Menschen? „Nein“, sagt Dorett Dornbusch, „aber stocksteif wie ‘ne Eisenbahnschiene schon“. Sofort fallen ihr Geschichten ein, von schüchternen Herren, die dennoch ein erotisches Foto wollten. Oder fülligen Damen, die ein schlankes Porträts wünschten. Taille schmaler, Brüste größer, kann man das nicht am Computer optimieren? „Das mache ich nur, wenn der Kunde das wünscht.“

Sein berufliches Glück heutzutage in der Fotografie zu suchen, ist schwierig. Jahrespraktikantin Annika Steiche etwa kommt täglich aus Remscheid, um in Stockum die Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz zu überbrücken. Auch Dorett Dornbusch ließ sich einst abwimmeln, ging erst in den Einzelhandel, in den Foto-, Video-, Elektrobereich. „Dort bin ich hängen geblieben.“ Ihr Traumberuf aber ging ihr nicht aus dem Kopf. Als ihre Tochter drei Jahre alt war, ergatterte sie einen Ausbildungsplatz.

Doch als alleinerziehende Mutter blieb doch wieder nur das Büro. Nebenbei aber meldete die gebürtige Potsdamerin ein Kleingewerbe an, und nahm erste Auftragsarbeiten an: Hochzeiten fotografieren, Familienporträts, Babybilder. 2011 machte sie sich in Stockum im Geschäftshaus Ecke Hörder Straße/Pferdebachstraße selbstständig. „Mir hat die Ecke hier gut gefallen.“

Lohnt sich das in Zeiten, in denen man mit einer Digitalkamera auch im Alleingang pfiffige Aufnahmen machen kann? „Die Leute wollen es vernünftig haben. Es soll nicht geknipst aussehen, und im Hintergrund ist das Wohnzimmer zu sehen“, sagt Dornbusch.

Gerade an Weihnachten werde gerne das klassische Familienbild verschenkt. Fotos von dicken Babybäuchen oder dem Nachwuchs sind weiterhin beliebt. Und der Bereich „Business-Fotografie“ wachse - Unternehmen benötigen Bildmaterial für die Firmen-Homepage.

Dennoch reizt Dorett Dornbusch das Außergewöhnliche. Für eine Kundin fand kürzlich ein Bodypainting-Shooting statt. Da lag die Dame nackt auf dem Studio-Laminat, bemalt mit Meeresmotiven: auf dem Bauch zwei Delfine, auf dem Schenkel Clownfisch in Koralle. „Das würde ich gern öfter machen“, schwärmt Dorett Dornbusch.

Bei schönem Wetter geht sie zurück zu den Wurzeln. Mit ihrer Mamiya RB67, eine Mittelformatkamera von 1977, zieht sie dann los. „Ein Chemiebild ist viel schöner als ein Druck“, gesteht sie. Die meisten ihrer Aufnahmen lässt sie im Labor entwickeln: „Eigentlich bin ich da ganz altbacken.“

 
 

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