Bürgerinitiative sieht Luftreinhalteplan für Witten gescheitert

Der Verkehr ist die Hauptursache für die Schadstoffbelastung auf der Ruhrstraße. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Der Verkehr ist die Hauptursache für die Schadstoffbelastung auf der Ruhrstraße. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Als Grund nennt er „extreme Überschreitungen“ des Jahresmittelwerts für Stickstoffdioxid in 2010 und 2011. Es drohten Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der BBU erinnert an die Überschreitung des Grenzwerts von 40 Mikrogramm/Kubikmeter im Jahr 2010, als auf der Ruhrstraße ein Jahresmittelwert von 52 µg/m3 gemessen wurde. Der jetzt von der Bezirksregierung Arnsberg für 2011 genannte Jahresmittelwert betrage immer noch 48 µg/m3, obwohl ein Großteil der Maßnahmen des Luftreinhalteplans bereits umgesetzt worden sei, kritisiert der BBU. „Damit ist der Luftreinhalteplan Witten in seiner jetzigen Form gescheitert.“

Schon bei dessen Erstellung sei abzusehen gewesen, dass die Prognosen zu optimistisch waren, heißt es. Für 2010 sei selbst ohne Berücksichtigung jeglicher Reduktionsmaßnahmen nur ein Wert von 43 µg/m3 prognostiziert worden. Tatsächlich wurden laut BBU 9 µg/m3 mehr gemessen. Obwohl man 2011 einen Großteil der Maßnahmen zur Senkung des Schadstoffgehalts umgesetzt habe, hätten die Messwerte trotzdem noch um 5 µg/m3 höher als die Prognose gelegen. „Bei dieser Fehlkalkulation wird die für 2015 angestrebte Einhaltung des Grenzwerts sicher verfehlt.“

Statt „kosmetischer Maßnahmen“ wie Verkehrsverflüssigung oder Förderung des Radverkehrs fordert der BBU kurzfristige „einschneidende Verkehrsbeschränkungen“, um den Stickstoffdioxidgehalt zu senken. Eine Verringerung des Lkw-Verkehrs, die ab Juni geplant sei, hält er nicht für ausreichend.

 
 

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