Bürger wollen Gewerbefläche in Witten-Heven verhindern

Mitglieder der „Interessengemeinschaft Heven“ brachten die Unterschriftenlisten ins Rathaus und sprachen mit der Bürgermeisterin und dem Stadtbaurat.Foto:Nitsche
Mitglieder der „Interessengemeinschaft Heven“ brachten die Unterschriftenlisten ins Rathaus und sprachen mit der Bürgermeisterin und dem Stadtbaurat.Foto:Nitsche
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Initiative überreichte im Rathaus 1461 Unterschriften. Bürger wollen Grünzug an der Kleinherbeder Straße erhalten. Sie schlagen Opel-Flächen als Alternative vor. Dazu sind aber noch viele Fragen offen.

Witten..  „Wehret den Anfängen“: Unter dieser Devise hat die frisch gegründete „Interessengemeinschaft Heven“ der Bürgermeisterin am Montag im Rathaus 1461 Unterschriften überreicht. Erklärtes Ziel der Unterzeichner ist es, ein neues Gewerbegebiet an der Kleinherbeder Straße zu verhindern.

Die große Mehrzahl der besorgten Bürger kommt aus Heven und Papenholz. Inge Scherer wohnt seit mehr als 50 Jahren am Ölbachweg, nur gut 100 Meter vom Planungsgebiet entfernt. „Wir haben in der Vergangenheit x-mal versucht, bauliche Veränderungen an unserem Haus vorzunehmen“, sagte sie. „Diese wurden von der Stadt entweder abgelehnt oder auf ein Minimum reduziert. Zur Begründung hieß es immer, dass das Gebiet Papenholz/Ölbachtal seinen landwirtschaftlichen Charakter und auch den als Naherholungsgebiet, Grüngürtel oder Luftkorridor behalten soll.“

Betonbauten, Lagerflächen oder Lkw-Plätze würden diese schöne Fläche unwiederbringlich zerstören, sagte Werner Habinghorst, der in Heven-Dorf wohnt. Und weiter: „Es muss doch möglich sein, Wittener Betriebe auf den bald frei werdenden riesigen Opel-Flächen in Bochum anzusiedeln, und zwar so, dass deren Gewerbesteuer trotzdem der Stadt Witten zugute kommt.“

Bürgermeisterin und Stadtbaurat erklärten gemeinsam, die Stadtverwaltung wolle – wie von der Ratsmehrheit vorgegeben – erst einmal beide Eisen im Feuer behalten: die Entwicklung interkommunaler Gewerbeflächen mit Bochum (Opel) sowie die mit den anderen EN-Städten. Zwischenstand der EN-Kreis-Variante ist die Machbarkeitsstudie, die das Dreieck A 44/Pferdebachstraße/Stockumer Straße in Stockum und die Kleinherbeder Straße in Heven als mögliche neue Gewerbestandorte vorgeschlagen hat.

Auch weil zu den Opel-Flächen noch viele Fragen offen sind, sei es zu früh für eine Vorfestlegung, sagte Sonja Leidemann. Bis zum Sommer will die Stadt dazu einen Vorschlag machen. Dass Witten Gewerbeflächen brauche, sei aber unzweifelhaft, so Markus Bradtke: „Einzelne Betriebe haben Witten schon verlassen, weil sie hier keine geeignete Erweiterungsfläche gefunden haben.“

Die Flächen in Heven und in Stockum befänden sich noch in einem frühen Planungsstadium, so der Stadtbaurat. Voraussetzungen für interkommunale Gewerbeflächen sind ein hoher städtebaulicher Standard, ein ökologischer Ausgleich an anderer Stelle und eine Partnerstadt, die mitmacht. Die Bürger können bei den jeweiligen Schritten Einwände vortragen: bei der Regionalplanung, beim Flächennutzungsplan und bei der Aufstellung von Bebauungsplänen. Das letzte Wort hat allerdings der Rat.

 
 

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