Bücherei soll Haus der Bildung werden

Jürgen Augstein
Dr. Alfred Kastning (Mitte, stehend) erläuterte das Konzept der Bürgerinitiative für ein „Haus der Bildung und Kultur“. Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPool
Dr. Alfred Kastning (Mitte, stehend) erläuterte das Konzept der Bürgerinitiative für ein „Haus der Bildung und Kultur“. Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPool
Foto: Haenisch / waz fotopool

Witten. Für ein „Haus der Bildung und Kultur“ warb Dr. Alfred Kastning von der Bürgerinitiative gegen einen Verkauf des Büchereigebäudes in der jüngsten Plenumssitzung der Bürgerwerkstatt.

Kastning listete auf, was alles in dem Gebäude an der Ruhrstraße unterkommen könnte - neben dem normalen Medienbestand einer Bücherei. Die Bibliothek , deren Bausubstanz gut sei, könne zu einer Einrichtung der Bildungsförderung und interkulturellen Arbeit werden. Dies sei im Märkischen Museum nicht möglich. „Völkerverständigung“ nannte er als ein Ziel.

Migranten könnten sprachlich gefördert werden, wofür etwa pensionierte Lehrer in Frage kämen. Die Bücherei mit 2200 Quadratmetern Nutzfläche beherberge neben der Bibliothek über 20 andere Räume. Die Architekten der Bürgerinitiative könnten Vorschläge machen, so Kastning, wie sie sich zu multikulturellen Zwecken umbauen ließe.

Eine Beratungsstelle für Bildung sei ebenso möglich wie eine Heimstätte für den Integrationsrat, eine Kontaktstelle für neue Ausländer in Witten, ein Ort für den Heimatverein, der hier wieder alte Schätze zeigen könnte, ansprechende Unterrichtsräume für Vhs und Musikschule, ein Literaturcafé als Begegnungszentrum, Konzerte Lesungen - Kastning sprach vom „Reiz des Neuen in einem charmanten alten Gebäude“. Das Haus ließe sich schrittweise renovieren. „Da muss man nicht gleich drei Millionen reinstecken“, sagte Kastning in Anspielung auf das Kaufangebot des Wittener Unternehmers Philip Lehmann, das er als „unanständig“ bezeichnete. „Warum setzt er die Entscheidungsträger unter Druck. Die Stadt ist nicht erpressbar.“

Kastning forderte einmal mehr, das denkmalgeschützte Gebäude als Bürgereigentum zu erhalten. Die Bücherei sei neben Haus Witten das einzige noch vorzeigbare öffentliche Gebäude auf dem „Boulevard Ruhr“ - nachdem bereits Schwimmbad, Heimatmuseum und Villa Lohmann verloren gegangen seien. Zur Finanzierung schlug er u.a. Fördermittel aus dem Projekt „Lese-Staat“ des Bundesbildungsminsteriums und Stiftungen sowie einen Förderverein vor.