Buddeln für Bouleplatz im Wittener Hohenzollernviertel

Packten ordentlich an: 20 Anwohner des Hohenzollernviertels buddelten auf dem Karl-Marx-Platz Rasengittersteine aus, weil dort ein Bouleplatz entstehen soll. Walter Fischer / Funke Foto Services
Packten ordentlich an: 20 Anwohner des Hohenzollernviertels buddelten auf dem Karl-Marx-Platz Rasengittersteine aus, weil dort ein Bouleplatz entstehen soll. Walter Fischer / Funke Foto Services
Foto: Fischer
Auf dem Karl-Marx-Platz soll ein Bouleplatz entstehen. Deshalb buddelten dort 20 Anwohner des Hohenzollernviertels störende Rasensteine aus.

Witten..  Irgendjemand hatte sogar die Polizei gerufen. Auf dem Karl-Marx-Platz an der Breite Straße tat sich Rätselhaftes. 20 Anwohner von acht bis 80 Jahren buddelten Steine aus dem Platz und warfen sie in einen orangefarbenene Container.

Die Nachbarschaftsinitiative des Hohenzollernviertels steckte dahinter. Das ist das Wohnquartier zwischen Karl-Marx-Platz und Platz der Gedächtniskirche, Garten- und Breddestraße. Die Initiative hatte die Stadt gebeten, die Rasengittersteine auf dem Platz zu entfernen. Denn sie fand, dass die Steine die Grünfläche verschandeln würden, seit vor 15 Jahren die Kirmes dort gastiert hatte.

„Können Sie das auch in Eigenleistung?“ war die Gegenfrage. Die Stadt habe keine Leute, stelle aber Spitzhacken und den Container. „Vier Stunden werden Sie aber sicher brauchen“ war die Schätzung aus dem Grünflächenamt. Die Nachbarn spuckten in die Hände: nach genau 65 Minuten war der letzte Stein weg.

Zum viertel Mal feiert Hohenzollernviertel Nachbarschaftsfest

Inzwischen hatten andere Anwohner eine Kaffeetafel auf dem Hof des Hauses der Jugend aufgebaut. Und so konnten die zupackenden Teilnehmer direkt nach der Schufterei ans Kuchenbuffet wechseln. Das Hohenzollernviertel feierte zum vierten Mal sein jährliches Nachbarschaftsfest.

Nun wollen die Anwohner mit Hilfe der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) auf dem Karl-Marx-Platz einen Bouleplatz anlegen. Wenn das Wiesenviertel mitzieht und auch einen Bouleplatz baut, könnten künftig Quartiersturniere ausgetragen werden.

Die Polizistinnen, die zu der anfangs wohl rätselhaften Buddelaktion gerufen worden waren, fanden das wohl alles in Ordnung und kümmerten sich um neue Aufgaben.

 
 

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