Bommeraner gibt Buch über Phoenix-Projekt heraus

Jutta Bublies
Das Luftbild zeigt den Phoenix-See in Dortmund-Hörde. Im September 2005 gab es hier den ersten Spatenstich zum Seeaushub.
Das Luftbild zeigt den Phoenix-See in Dortmund-Hörde. Im September 2005 gab es hier den ersten Spatenstich zum Seeaushub.
Foto: www.blossey.eu
Dr. Dieter Nellen ist Mitherausgeber eines Buches über das Dortmunder Phoenix-Projekt. In Witten hält er die Pop-Akademie für einen „Glücksfall“.

Witten.  Der Phoenix-See in Dortmund ist auch für viele Wittener ein beliebtes Ausflugsziel. Auf einem ehemaligen Stahlwerksgelände im Stadtteil Hörde ist bis 2011 ein neues Wohngebiet mit Hafenquartier, Gastronomie, Seebühne und vielen Freizeitmöglichkeiten entstanden. Phoenix gilt mit als eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Deutschland. Der Bommeraner Dr. Dieter Nellen hat gemeinsam mit der Dortmunder Architektur-Professorin Christa Reicher und Ludger Wilde, bis 2015 Leiter des Dortmunder Stadtplanungsamtes, ein Buch über das Phoenix-Projekt herausgegeben. Im Auftrag der Stadt Dortmund.

Entstanden ist ein über 200 Seiten starkes Buch, das in Text und Bildern zeigt, wie sich in etwas mehr als zehn Jahren eine ehemalige Industrielandschaft in eine neue Stadt- und Parklandschaft verwandelte.

Technologiepark soll ein Jobmotor werden

Neben dem Phoenix-See mit noblen Häusern in der ersten Reihe am Wasser – wo unter anderem Fußballer Mats Hummels ein neues Zuhause fand – ist im Bereich Phoenix-West ein Technologiepark entstanden, von dem Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau hofft, dass dieser sich als Jobmotor erweisen wird – mit einmal „um die 10 000 Arbeitsplätze“.

„Das Buch soll zeigen, welche gestalterischen Chancen sich nach dem Ende der klassischen Montanindustrie an Ruhr und Emscher für Städtebau und Flächenentwicklung ergeben“, erklärt Dieter Nellen.

Der Historiker und Germanist war bis Ende 2014 Leiter des Referats Kultur und Sport beim Regionalverband Ruhr in Essen und als solcher auch mitverantwortlich für die Organisation des Kulturhauptstadtjahres 2010. Seit rund zehn Jahren ist der 66-jährige gebürtige Duisburger Wahl-Wittener.

Christoph Zöpel, einst NRW-Städtebauminister, unter den Autoren

Für das Buch konnten er und seine Mitherausgeber rund 30 Autoren gewinnen, darunter Christoph Zöpel, ehemaliger NRW-Städtebauminister, Dr. Jochen Stemplewski, Ex-Chef der Emschergenossenschaft und Professor Florian Matzner von der Akademie der bildenden Künste in München.

Nellen betont, dass das Projekt Phoenix auch so ein großer Erfolg wurde, „weil die Stadt Dortmund die Stadtentwicklung systematisch plant, mit Phoenix planerische Weitsicht und auch politischen Mut bewies“. Denn auch bei diesem Großvorhaben habe es im Vorfeld natürlich einige Schwarzseher gegeben.

Die Chance, ein neues Quartier in Witten zu schaffen

Dieter Nellen, der heute freiberuflich als Berater für Kultur-Projekte tätig ist, freut sich auch über die diesbezüglichen Entwicklungen in seiner Wahlheimat Witten. Über den Umbau des Märkischen Museums, dessen Erweiterungsanbau jetzt die öffentliche Bibliothek beherbergt.

Am heutigen Dienstag (21. Juni) wird deren Eröffnung an der Husemannstraße mit geladenen Gästen gefeiert. „Die Entscheidung, beides zusammenzuführen, finde ich gut.“ Nun müsse man nur noch die Möglichkeiten der „digitalen Revolution“ nutzen, die Bestände ins Netz stellen, um auf diese Weise noch mehr junge Leute für die Angebote zu interessieren.

Für einen „doppelten Glücksfall“ hält der Kulturexperte die Entscheidung der evangelischen Kirche von Westfalen, sich mit ihrer Pop-Akademie in die ehemaligen Räumlichkeiten der Stadtbibliothek an der Ruhrstraße einzumieten. Noch ein neuer wichtiger Kulturstandort, wie Nellen betont. Durch die Nähe von Museum, Bibliothek und Pop-Akademie biete es sich außerdem an, dort ein neues Quartier zu schaffen. „Mit dem Haus Witten, dem Saalbau und auch dem Café Del Sol. Das Ganze sehe ich als eine große Einheit.“