Bitte nicht nur lächeln und winken

Ein Blick voraus in die Urlaubszeit: von einem Kreuzfahrtschiff aus ist eine keine Insel zu sehen mit Palmen, Strand und einer kleinen Hütte aus Stroh. Ein zerzaustes Männchen hüpft wie wild auf und ab, winkt und wedelt mit den Armen.

„Was ist denn mit dem los“, fragt der erste Offizier den Kapitän. „Ach, der freut sich immer so, wenn wir hier vorbei fahren“, kommt die Antwort.

Tja, so ist das, die Zeit zieht in den großen und kleinen Ereignissen an unserer eigenen kleinen Welt vorüber. Wir winken fröhlich zurück. Der straffe Fahrplan unseres eigenen Vergnügungsdampfers lässt keine Zeit für andere, ernsthafte Begegnungen übrig.

Aber was, wenn unser Schiff die Titanic wäre und das kleine Männchen sähe schon die Spitze des Eisberges, auf die wir zusteuern.

Die Sommer- und Urlaubszeit ist eine gute Gelegenheit, um über den Kurs unseres Lebens nachzudenken. An wie vielen Kirchen sind sie in der letzten Zeit vorbeigefahren? Kirchtürme hüpfen zwar nicht auf und ab oder wedeln und winken mit den Armen. Aber sie sind Erinnerungen daran, dass es Ort zum Innehalten gibt.

Manchmal ist ein Kurswechsel halt dran. Entweder weil andere Menschen uns brauchen oder weil unser Leben eine neue Richtung braucht. Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zu Vater denn durch mich!“ Also bitte jetzt nicht nur lächeln und winken, sondern innehalten und denken...
Pastor Dirk Schuklat

Martin-Luther-Kirchengemeinde

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