Bezirksschülervertretung EN prangert Missstände an

Am Albert-Martmöller-Gymnasium sollen aktuelle Mathebücher fehlen, kritisiert die Bezirksschülervertretung EN.
Am Albert-Martmöller-Gymnasium sollen aktuelle Mathebücher fehlen, kritisiert die Bezirksschülervertretung EN.
Foto: WAZ FotoPool
  • Bezirksschülervertretung Ennepe-Ruhr kritisiert veraltete Bücher und kaputte Klotüren
  • Offener Brief an Landrat Olaf Schade. Eigentlicher Adressat aber sind die Städte
  • Zwei Wittener Gymnasien als Beispiele genannt. Auch andere Schulen hätten Probleme

Witten..  Veraltete Bücher, Toilettenkabinen ohne Türen, nicht begehbare Behindertenrampen: Die Bezirksschülervertretung Ennepe-Ruhr prangert mit scharfen Worten massive Mängel an Schulen im Kreis an, die sie dort festgestellt haben will. Kritik gibt es unter anderem an den Zuständen am Albert-Martmöller- und am Ruhr-Gymnasium.

Die Jahrgangsstufe 11 des AMG habe „zu wenige Mathebücher, die auf dem aktuellen Stand sind“, kritisiert Bezirksschülersprecher Luca Samlidis (17). Am Ruhr-Gymnasium seien kaputte Toilettentüren in den Jungenkabine zumindest teilweise nicht durch neue ersetzt worden. „Das geht schon alleine aus Gründen der Privatsphäre nicht.“ In Kunsträumen kämen Kabel aus der Decke. Es gebe Wasserschäden und Behindertenrampen seien teilweise nicht zu gebrauchen. „Sie sind kaputt und nicht begehbar“, sagt Luca Samlidis. Die betroffenen Schulen waren am Dienstagnachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme erreichbar.

Probleme auch an anderen Schulen

Bei den Mängeln handele es sich um Missstände, die ihnen Schüler der Gymnasien mitgeteilt hätten, erklärt der Bezirksschülersprecher. Er betont, dass es sich nicht um Zustände handele, die nur am AMG oder am Ruhr-Gymnasium zu finden seien. Auch andere weiterführende Schulen seien betroffen. Konkrete andere Beispiele konnte die Schülervertretung am Dienstag nicht nennen.

Die Schülervertretung betont, nicht die Schulen an den Pranger stellen zu wollen. Vielmehr richte sich die Kritik an die EN-Städte als Schulträger. „Es wird an den falschen Ecken gespart“, so Samlidis. Die Mängel, etwa veraltete oder zu wenige Mathebücher am Albert-Martmöller-Gymnasium, bedeuten aus seiner Sicht eine deutliche Benachteiligung. „Es kann doch nicht sein, dass man zu zweit in ein veraltetes Buch schauen muss.“

Offener Brief an Landrat Olaf Schade

Um den Druck auf die Städte zu erhöhen, hat sich die Bezirksschülervertretung nun in einem Offenen Brief an Landrat Olaf Schade (SPD) gewandt. Er sei zwar nicht zuständig. „Wir möchten aber erreichen, dass er sich mit uns einsetzt, an die Schulen heranzutreten.“

Kreis-Sprecher Ingo Niemann betonte für die Schulen in Kreisträgerschaft – darunter Kämpenschule und Berufskolleg –, dass man in den vergangenen Jahren Millionen für eine „zeitgemäße Ausstattung“ oder Sanierungen investiert habe – zuletzt etwa 2,2 Mio in die marode Kreissporthalle in Witten.

Städte müssten mehr investieren

Vor allem von Stadtseite käme aber zu wenig, kritisieren die Schüler. Die Kommunen sollten dazu angehalten werden, „den Schulen einen weitaus größeren finanziellen Rahmen für Investitionen in Gebäude, Lern- und Lehrmittel und Ausstattung zuzusprechen“. Weiter heißt es: „Wir möchten keine Angst mehr haben, die Toiletten aufzusuchen.“ Und man wolle auf Stühlen sitzen, die nicht schon seit Jahrzehnten genutzt werden.

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