Bezirksregierung prüft Landesaufnahmelager in Witten

Bauhaus wäre gleich nebenan: Die Essener Thelen-Gruppe hatte das frühere Siemensgelände an der Brauckstraße vor Jahren erworben. Von konkreteren Verhandlungen über ein Landesaufnahmelager will die Grundstücksfirma aber nichts wissen.
Bauhaus wäre gleich nebenan: Die Essener Thelen-Gruppe hatte das frühere Siemensgelände an der Brauckstraße vor Jahren erworben. Von konkreteren Verhandlungen über ein Landesaufnahmelager will die Grundstücksfirma aber nichts wissen.
Foto: WAZ / FotoPool
Die Bezirksregierung prüft ein Grundstück auf den ehemaligen Siemens-Flächen neben Bauhaus als Landesaufnahmelager für mehrere hundert Flüchtlinge.

Witten..  Bekommt Witten womöglich ein Landesaufnahmelager für mehrere hundert Flüchtlinge? Was in Essen auf dem ehemaligen Gelände der Firma Kutel (800 Plätze) oder in Mönchengladbach (500) auf früheren Flächen der Rheinarmee bereits baulich umgesetzt wird, wird in Witten zumindest geprüft. Platz wäre auf dem früheren Siemensgelände neben Bauhaus.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat das Areal an der Brauckstraße ins Auge gefasst, nachdem die Stadt sie darauf hingewiesen hatte. .“Im Prinzip“ gefalle das Grundstück, auf dem noch Bürogebäuden und Hallen stehen, der Bezirksregierung, erklärt Sozialdezernent Frank Schweppe. Wie nun entschieden werde, wisse er aber noch nicht. Fakt sei, dass die Not im Land groß sei, die vielen Flüchtlinge unterzubringen. Ende Mai hieß es in einer Mitteilung der Wittener Stadtverwaltung an die Politik, die Bezirksregierung verhandele mit der Thelen-Gruppe, dem Grundstückseigentümer, über Details wie die Größe des Objekts und die Zahl der Personen.

Flüchtlingszahl würde auf Wittener Quote angerechnet

Schweppe, Erster Beigeordneter und Bürgermeisterkandidat der SPD, verspricht sich von einer solchen Sammelunterkunft in dem Gewerbegebiet einen handfesten Vorteil für Witten: „Man würde die Zahl der Flüchtlinge auf unsere Quote anrechnen.“ Darauf habe der Regierungspräsident deutlich hingewiesen, als noch das ehemalige Gästehaus der Uni Dortmund in Bommerholz als Landesaufnahmelager im Gespräch war, dann aber für zu klein befunden wurde.

Sollte sich die Bezirksregierung tatsächlich für den Standort an der Brauckstraße entscheiden, könnte Witten auf einen Schlag um vielleicht 300 Flüchtlinge oder mehr „entlastet“ werden. Das heißt: Alle Menschen in dem Landesaufnahmelager würden Witten praktisch angerechnet – so viele, wie fast in einem ganzen Jahr neu aufgenommen werden müssten. Das würde für eine entsprechende Entlastung bei der Unterbringung bringen. Schweppe: „Für uns wäre das eine richtige Befreiung.“

Entlastung für städtische Unterkünfte

In der letzten Zeit seien wieder monatlich über 30 neue Flüchtlinge nach Witten gekommen. Obwohl neue Gebäude angekauft wurden, haben „wir nicht mehr ganz viel Luft“, so der Sozialdezernent. Müsste die Stadt bei Anrechnung ihrer Quote erst einmal selbst keine neuen Flüchtlinge mehr aufnehmen, „könnten wir sehr viel erreichen“. Die Stadt will möglichst vielen Flüchtlingen privaten Wohnraum besorgen, was wiederum die voll belegten städtischen Unterkünfte entlasten würde.

Die Thelen-Gruppe bestätigte zwar die Anfrage des Landes, eine Anfrage, wie es sie derzeit aber bei vielen anderen Immobilienbesitzern auch gebe. Von Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt will der Geschäftsführer nichts wissen.

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