Bespielbare Architektur: Es gibt eine Folgenutzung in Witten

Der Kicker wurde von der Werkstadt übernommen.
Der Kicker wurde von der Werkstadt übernommen.
Foto: WAZ FotoPool
Nach der „Weltmeisterschaft für spielbare Architektur“ gibt es für vier Objekte eine Folgenutzung. Das Stellwerk übernimmt „The Whale“ auf der Hammerstraße. Verein und Stadt prüfen derzeit, ob die Arbeit vor Ort stehen bleiben kann. Auch für die anderen gibt es Lösungen.

Witten.. Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft für spielbare Architektur findet Urbane Künste Ruhr mit Hilfe des Kulturforum Witten für vier der fünf Installationen eine Folgenutzung: „The Whale“ auf der Hammerstraße 1 kann vom Stellwerk e.V. übernommen werden. Der Verein und die Stadt prüfen derzeit gemeinsam, ob die Arbeit vor Ort stehen bleiben kann. Die Installation „Avant Garde Platz“ auf der Breddestraße 38 wurde abgebaut und der Werkstadt übergeben.

Dort wird sie hergerichtet und für die Besucher spielbar sein. Auf dem Karl-Marx-Platz wurde die Arbeit „Downsized“ abgebaut und durch das Kulturforum Witten eingelagert. Zurzeit wird geprüft, wo die Installation im Stadtraum ausgestellt werden kann. Die Holzkisten von „The Others“ bleiben im Breddegarten bestehen. Nur die Installation „Evergreen“ in der Berliner Straße wurde wie von Anfang an geplant nach der Veranstaltung abgebaut und entsorgt.

Kunstwerke sollten nur drei Tage stehen

Mit allen Beteiligten, Partnern und der Stadt war vorab kommuniziert, dass „72 Hour Interactions“ auf drei Tage und drei Nächte angelegt war. Da nicht sicher war, wie die Bürger die Installationen annehmen würden, war ein schneller Rückbau der Arbeiten geplant. Umso erfreulicher, dass die Wittener die Installationen mit Begeisterung und Teilnahme honorierten. Nach Abschluss der Weltmeisterschaft in Witten gab es, wie vorab beschlossen, einen Rundgang mit den Künstlern von „72 Hour Interactions“, Vertretern der Stadt, des Kulturforums und Anwohnern, um gemeinsam zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, einzelne Arbeiten zu erhalten und weiter zu nutzen.

Eine endgültige Entscheidung über den Verbleib einzelner Kunstwerke gab es zu dem Zeitpunkt nicht. Ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Stadt, Anwohnern und lokalen Kulturinitiativen, sollte weiter über den Verbleib beraten. Nachdem jedoch Fehlinformationen über einen nicht bestehenden Versicherungsschutz im Umlauf waren, blieben die Gespräche aus.

Bürger wollen an Stadtgestaltung teilnehmen

Positive Beispiele von ähnlichen Aktionen, wie zum Beispiel in Stuttgart, zeigen, dass die Installationen unkompliziert in die Versicherung der Stadtmöblierung aufgenommen wurden und somit weiter für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Urbane Künste Ruhr hatte daher direkt nach Ende der Veranstaltung die Versicherung um eine weitere Woche erweitern können, um eine Lösung zu ermöglichen.

Die Diskussion um den Erhalt der Installationen zeigt, dass die Bürger in Witten ein Bedürfnis haben über die Gestaltung ihrer Stadt zu sprechen und aktiv daran teilnehmen möchten. Damit wurde das Ziel der Weltmeisterschaft, nachhaltig neue Impulse zu setzen und neue Ideen zu entwickeln, wie sich Orte zu Plätzen der Kommunikation und des Zusammentreffens verwandeln können, erfüllt.

 
 

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