Beschauliches Kammerkonzert mit leisen Tönen

Witten..  Die vierzehn Mitglieder des nur aus Streichern bestehenden Kammerorchesters „European Union Chamber Orchestra“ kommen aus vielen Ländern Europas und bilden somit einen repräsentativen Querschnitt der verschiedenen Nationalitäten. Wenn dieses Orchester dann auch noch ausschließlich Werke europäischer Komponisten vorträgt, wird es seinem Namen gerecht und belebt Gedanken an die europäische Einheit.

Die Überschrift im Programmheft lautete: Europa tanzt. Es war dann auch ausnahmslos Tanzmusik, von Schubert über Dvorák bis Bartok, in Originalen oder Bearbeitungen, die am Freitag im Saalbau zu hören war.

Ein solches Programm birgt Risiken. Es fehlen bei der rein tänzerischen Musik Elemente wie Themenverarbeitung, Durchführungen zu dramatischen Höhepunkten oder überwältigende Orchesterausbrüche, die zu atemberaubender Spannung oder Euphorie sorgen. Wenn also ein Orchester ein solches Programm spielt, muss es mit anderen Mitteln die Aufmerksamkeit der Zuhörer fesseln.

Folgerichtig verzichteten die Musiker auf opulente Klangsteigerungen, sondern pflegten leise und kammermusikalische Strukturen. Lautstarke Passagen blieben die Ausnahme. Das Spiel blieb kontrolliert und vernachlässigte keinerlei Details. Auch die feinsten Figuren in den Mittelstimmen wurden liebevoll gezeichnet.

So erklangen unter der Leitung des Konzertmeisters Hans-Peter Hofmann die „Fünf deutschen Tänze“ von Franz Schubert echt wienerisch mit Charme und Lebensfreude. Zwei Walzer von Antonín Dvorak wirkten leicht melancholisch und zeugten von der Liebe des Komponisten zu seiner tschechischen Heimat. Frédéric Chopins vom Klavier entliehene Mazurka op. 7/3 führte in den Glanz des höfischen Lebens ein.

Bei den abschließenden „Rumänischen Tänzen“ von Béla Bartók spürte man schon die Nähe zum musikalischen Orient. Rhythmisch sehr betont, teils schroff erklangen die Ecksätze während im Mittelsatz eine klagende Melodie – gespielt von der Solovioline – von der Einsamkeit eines Ziegenhirten zeugte.

Es war ein beschauliches Kammerkonzert. Die Zuhörer erklatschten sich eine Zugabe.

 
 

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