Beliebtem Wittener Tummelmarkt droht das Aus

Bunte Vielfalt kennzeichnet das Angebot auf dem Tummelmarkt. Davon überzeugen sich hier  Alina Szemeitzke und ihre Mutter Rita am Stand von Lasses Lakritz. Lars Braun bedient sie.
Bunte Vielfalt kennzeichnet das Angebot auf dem Tummelmarkt. Davon überzeugen sich hier Alina Szemeitzke und ihre Mutter Rita am Stand von Lasses Lakritz. Lars Braun bedient sie.
Foto: Biene Hagel
  • Der letzte Tummelmarkt 2016 könnte der letzte überhaupt sein
  • Der beliebten Veranstaltung fehlt finanzielle Unterstützung trotz ehrenamtlicher Organisation
  • Gespräch mit Stadt über Gebührenerlass für Platznutzung geplant

Witten..  Trotz herbstlicher Temperaturen war es wohlig warm auf dem letzten Tummelmarkt des Jahres. So dicht gedrängt standen die Besucher auf dem Humboldtplatz zwischen den bunten Buden. Eine Mutter nahm ihre Tochter auf den Arm, damit diese die Band Rascal’s Corner nicht nur hören, sondern auch sehen konnte. „Guck mal, Mama, die hat eine Violine“, sagte die Kleine und freute sich.

Die gelben Regenschirme, die als Girlande über den Büdchen hingen, waren zum Glück die einzigen, die man am Samstagnachmittag sah. So wurde auch der fünfte eigenständige Tummelmarkt zum Erfolg. Ob es nicht nur für dieses Jahr, sondern erstmal bis auf weiteres der letzte gewesen ist, wissen die Organisatoren trotzdem noch nicht.

Lisa-Marie Wagner, Marie Sammet und Benedikt Reitz sind alle drei im Bereich Stadtplanung tätig, den Markt veranstalten sie als Ehrenamtliche. Im Sommer ist die Finanzierung durch den Bund ausgelaufen. Jetzt sind die drei auf der Suche nach Sponsoren, damit der Tummelmarkt auch nächstes Jahr wieder stattfinden kann.

„Da ist aber noch nichts spruchreif“, sagt Wagner. Im November gebe es zunächst ein internes Treffen der Organisatoren. Die hoffen langfristig auf eine Kooperation mit der Stadt. „Schön wäre es, wenn zum Beispiel die Gebühr für die Nutzung des Platzes erlassen würde“, so Sammet. Sie weiß jedoch: „Das reicht aber noch nicht.“

Eine andere Möglichkeit wäre es, den Markt über Standgebühren zu finanzieren. Dann müsste die Veranstaltung allerdings wachsen. „Das wollen wir nicht“, sagt Sammet. „Die Standbesitzer sollen glücklich sein, deshalb wollten wir nicht zu viel Konkurrenz.“

Die Wohnzimmeratmosphäre ist zudem eines der Markenzeichen des Tummelmarkts. Auf Strohballen, Klappstühlen und Polstersesseln machten es sich die Besucher bequem, während sie den Musikern lauschten und ihre erworbenen Schätze begutachteten. Da gab es zum Beispiel Dekoration aus alten Skateboards und Schnaps in Honiggläsern. Wer einen Tofu-Burger kaufte, gratulierte dabei den Standbesitzern. Denn die kündigten auf ihrer Karte mit einer Storchenzeichnung Nachwuchs und eine Babypause an.

Für die jüngeren Marktbesucher griffen Sina Küper und Sophie Bethke in die Schminkkiste. „Und bist du zufrieden?“, fragte Bethke einen Nachwuchs-Batman, der seine Fledermausmaskierung aus Farbe im Spiegel begutachtete. Na klar! Küper und Bethke betreuten das Kinderschminken schon zum zweiten Mal. „Das war so super, als beim ersten Mal hier lauter kleine Tiger rumliefen“, sagte Bethke.

Für Jessica Schäfer mit der Krone aus Federn und Spitzenborte auf dem Kopf war es die Premiere auf dem Tummelmarkt. Sie verkaufte selbst gebastelten Schmuck und hatte sich kurzfristig angemeldet. Weil es da schon keinen Stand mehr gab, funktionierte sie kurzerhand einen Besteckkasten ihrer Oma zum Bauchladen um. Die kleinen Einzelhändler ins Rampenlicht zu stellen, auch das ist ein Ziel des Tummelmarkts.

 
 

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