Außerirdische Atmosphäre

Zum Staunen: das Charles Wilp Space im ehemaligen Pumpenhaus.
Zum Staunen: das Charles Wilp Space im ehemaligen Pumpenhaus.
Foto: WAZ FotoPool
Mit der Schau „Orbital Elements“ wurde das neue Museum am Wochenende eröffnet.

Witten..  Dichter Nebel wabert aus dem weißen Ufo vor dem Pumpenhaus, das hier schon vor längerer Zeit gelandet ist. Ein Außerirdischer mit zotteligem Haar schreitet die Treppe herab und begrüßt die mehr als 100 Besucher. Seit Samstag ist das Charles Wilp Modul endgültig in Witten angekommen.

Vor den zahlreichen neugierigen Besuchern eröffnet Ulrike Böhmer vom Charles-Wilp-Förderverein endlich das neue Museum für den großen Sohn der Stadt. Das Multitalent, das am vergangenen Samstag 80 Jahre alt geworden wäre, war Werber, Fotograf, Filmer, Komponist und Künstler.

„Charles Wilp war unser Mann im All“, erläutert Ulrike Böhmer. Die irdischen Kampagnen für Puschkin und Afri-Cola, für VW und Pirelli machten ihn weltberühmt. Doch seine wahre Liebe gehörte den unendlichen Weiten des Weltraums. Teile seines künstlerischen Werks sind jetzt im ehemaligen Pumpenhaus an der Bommeraner Ruhrbrücke zu sehen. Es sind Fotos, Bilder, Skulpturen aus Weltraumschrott, eben Space-Art - mit dem Titel „Orbital Elements“. 1993 waren Kunstblätter des selbsternannten „Artonauten“ während der D2-Mission sogar mit ins All geflogen.

Material aus der Raumfahrt

Der gebürtige Wittener erlebte den Aufstieg der Werbung zur Kunstwelt hautnah mit und bahnte ihr den Weg. Auch sein blauer und der orangefarbene NASA-Overall hängen hier an einer der Backsteinwände. Bei zahlreichen Parabelflügen hatte der Artonaut an der Herstellung von Kunst in der Schwerelosigkeit gearbeitet. Seine Erfahrungen verarbeitete er in Kollagen und Skulpturen und verwendete dabei Material aus der Raumfahrt wie etwa goldbedampfte Satellitenfolie oder Teile von Satelliten und Raketen. „Charles Wilp war ganz offensichtlich ein Visionär“, glaubt eine Besucherin. „Er war einzigartig.“

Die Idee, dem bekannten Künstler im Wasserwerk an der Ruhrstraße 110 eine Heimstatt zu geben, entstand vor drei Jahren. Die Witwe von Charles Wilp, die das Andenken ihres Mannes hütet, war sich mit dem Förderverein schnell einig, das Modul in seiner Heimatstadt Witten zu errichten. Der Förderverein kaufte das Ufo-förmige „Futuro-Haus“, das jetzt auf der Wiese vor dem Museum steht. Einzelne Besucher konnten am Wochenende bereits einen Blick in die „fliegende Untertasse“ mit den bullaugenförmigen Fenstern werfen. Im Inneren des Ufos hatte Wilp zeitlebens gearbeitet.

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